Wildeshausen/Großenkneten/Hatten - In der Gegend von Huntlosen und dem Barneführerholz bei Sandkrug wird es besonders deutlich: Die zwischen Wildeshausen und Hatten kaum regulierte Hunte frisst an vielen Stellen ihr Ufer geradezu auf.

Weil in seiner Heimatgemeinde, zum Beispiel zwischen der Dehlandbrücke und der Huntebrücke in Sannum, die Wanderwege besonders nah an das Ufer des Flusses gelegt wurden, hat der Großenkneter Ratsherr Carsten Grallert jetzt Alarm geschlagen.

In einem Antrag an die Gemeinde Großenkneten bittet Grallert, die Verwaltung solle mit der Hunte-Wasseracht, der Nachbargemeinde Hatten und dem Landkreis Kontakt aufnehmen um herauszufinden, wie die Wege und das Ufer selbst gegen Erosion gesichert werden könnten.

Auch möchte der unabhängige Lokalpolitiker verhindern, dass weitere Bäume am Ufer umstürzen und neue Angriffsflächen für das Wasser schaffen.

Zum einen will Grallert die Wege für die Naherholung erhalten, zum anderen würde die Erosion irgendwann auch landwirtschaftliche Flächen gefährden, schreibt er.

Für Hans-Dieter Buschan, Geschäftsführer der Hunte-Wasseracht, ist das Erosionsproblem weder neu, noch gibt es schnelle Lösungen. „Wir haben grundsätzlich nach jedem Hochwasserereignis Erosionsprobleme. Das ist schon immer so, seit ich seit 1984 an der Hunte tätig bin“, sagt er.


Dieses Phänomen trete überall zwischen Wildeshausen und dem Barneführer Holz auf. Die Hunte sei in diesem Bereich ein naturnahes Fließgewässer mit einer gewissen Eigendynamik.

Der Vorstellung, das Ufer oder Bäume mit Bauwerken oder anderen Maßnahmen zu schützen oder abzustützen, erteilt Buschan für diesen Bereich der Hunte eine klare Absage – zumal es sich um Naturschutz oder Flora-Fauna-Habitat-Gebiete (FFH) oder handele. „Wir sichern keine Ufer, aber wie wirken dem Erosionsprozess entgegen, indem wir den Lauf der Hunte verlängern. Das verringert die Fließgeschwindigkeit und den Transport von Sand.“ Buschan verweist damit auf zusätzliche Hunteschleifen, die in den vergangenen Jahren angelegt wurden und auch noch weiterhin angelegt werden. Zudem sei die Hunte-Wasseracht ständig mit den Landesforsten in Kontakt, um einen Überblick über die Situation zu behalten.

Eine kurzfristige Lösung ist die Verlängerung des Hunte-laufs nicht, und sie wird weitere Ufer-Abbrüche nicht verhindern. Buschans Lösung ist klar: An den Stellen, wo die Wege abbrechen, müsse man sie eben einige Meter vom Ufer weg verlegen.

Für Carsten Grallert wäre das zumindest ein Ansatz, auch wenn eine Verlegung der Wege nicht immer einfach sei und die auf Dauer drohende Gefahr des Verlustes landwirtschaftlicher Fläche auch nicht behoben werde.