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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Wo sich Supertanker zu Hause fühlen

29.11.2008

WILHELMSHAVEN Es war Anfang der 90er Jahre, unmittelbar nach dem Zusammenbruch der damaligen Sowjetunion, als sich eine Gruppe russischer Pipeline-Experten in Wilhelmshaven über Sicherheitsvorkehrungen bei deutschen Rohölleitungen informierte. Als die russischen Gäste die Verantwortlichen bei der Nord-West Oelleitung GmbH (NWO) fragten, wie man denn bei Havarien vorgehe, mochten sie die Antwort zunächst nicht glauben. „Bei uns gab es bislang keine Havarien“, hieß die lapidare Auskunft – und das ist bis heute so geblieben.

Fast 900 Millionen Tonnen Rohöl wurden inzwischen an der Tankerlöschbrücke in Wilhelmshaven ohne nennenswerte Zwischenfälle oder gar Umweltschädigungen umgeschlagen und an Raffinerien im Binnenland weitergeleitet – ein Ergebnis, auf das die Pipeline-Betreiber stolz sind.

An diesem Sonnabend wird Geburtstag gefeiert. 50 Jahre ist es dann her, dass am 29. November 1958 die ersten beiden Tanker an der neuen Pier festmachten, um ihr Rohöl in das Tanklager an der Jade zu pumpen. Im Laufe der Zeit folgten 16 950 Schiffe unterschiedlichster Größe. Selbst Super-Tanker von weit über 300 Meter Länge und bis zu 20 Meter Tiefgang fühlen sich an der Jade zu Hause, weil der Hafen dort nicht nur über ausreichend Platz und Tiefgang, sondern auch über einen ausgesprochen sicheren Zufahrtsweg verfügt.

Die Tankerbrücke der NWO, die Pipelines ins Rhein/Ruhrgebiet und nach Hamburg versorgt, entwickelte sich zur Keimzelle der zivilen Hafenentwicklung in der zuvor nur durch die Marine geprägten Stadt Wilhelmshaven.

In der Nachbarschaft entstanden später sowohl eine Raffinerie als auch eine Chemiefabrik zur PVC-Herstellung und ein Kohlekraftwerk. Inzwischen wird dort auch „Deutschlands Tor zur Zukunft“, der Tiefwasser-Containerhafen Jade-Weser-Port gebaut, konzipiert und geeignet für die größten Frachterriesen der Welt mit bis zu 420 Meter Länge.

Ins politische Intrigengeschäft geriet die NWO nach der deutschen Wiedervereinigung. Damals wurde eine Pipeline in den Großraum Halle/Leipzig geplant. Das passte jedoch dem französischen Konzern Elf Aquitaine nicht ins Konzept, weil er Konkurrenz für seine im dortigen Leuna geplante Raffinerie witterte. Aus der Leitung wurde nichts. Jahre später gestand die ehemalige Verteidigungs-Staatssekretärin Agnes Hürland-Büning im Leuna-Untersuchungsausschuss des Bundestages, dass sie eine Million Mark erhalten hat, weil sie sich erfolgreich gegen den Bau der Wilhelmshavener Pipeline eingesetzt hatte.

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