Garrel - Die Raiffeisenbank Garrel möchte auf dem Grundstück des Kindergartens St. Peter und Paul, der vermutlich im Herbst abgerissen wird, zwei dreieinhalb-geschossige Wohn- und Geschäftshäuser errichten. Dafür ist aber die Änderung des Bebauungsplans notwendig, der derzeit nur den Bau von Gebäuden für soziale Zwecke erlaubt. Einstimmig auf den Weg gebracht haben diese Änderung die Mitglieder des Ausschusses für Planung, Wirtschaft, Verkehr und Umwelt in der Sitzung am Montagabend – bei Enthaltungen von Josef Berkemeyer (Christdemokraten Garrel, CDG) und Dr. Gisela Werber (CDU).
Das Mischgebiet, das dort festgesetzt werden soll, umfasst auch den Bereich des Pfarrzentrums. Wie berichtet, hat die Raiffeisenbank der Kirchengemeinde ein Angebot gemacht, das Gebäude zu kaufen. Im Gespräch mit der NWZ erläuterte Bankvorstand Ludger Ostermann, dass man im derzeitigen Gebäude an der Kapazitätsgrenze angelangt sei. Bestimmte Abteilungen sollten – so man den Zuschlag erhält – in das nebenstehende Pfarrzentrum ausgelagert werden, das zu diesem Zweck umgebaut werden soll. Von der Entscheidung der Kirchengemeinde hängen auch entscheidend die Planungen für den Neubau ab. Denn falls es damit nicht klappt, müssten Abteilungen in dem Neubau untergebracht werden, informierte Ludger Ostermann.
Gebaut werden sollen zwei neue Gebäude direkt hinter der Bank. Die Gebäude sollen miteinander verbunden werden. Im Erdgeschoss sind Gewerbeflächen vorgesehen, möglicherweise auch noch im ersten Obergeschoss. Zudem sollen dort Miet- wie auch Eigentumswohnungen entstehen: Pro Etage sind drei Wohneinheiten und zwei Penthouse-Wohnungen im Staffelgeschoss auf den Gebäuden geplant. Die 14 Wohnungen sollen zwischen 80 und 120 Quadratmeter groß sein. Allerdings bestehe in der Gemeinde eine große Nachfrage nach Singlewohnungen, so Ostermann. Deshalb könnten die Wohnungen auch noch kleiner werden.
Ob die geplante Tiefgarage umgesetzt wird, wisse man noch nicht, so Ostermann.
Das Johanneshaus wird die Raiffeisenbank dagegen abreißen lassen – ebenso wie den Kindergarten und das Schwesternwohnheim. An der Stelle sollen Parkplätze entstehen.
Im Fachausschuss äußerte Josef Berkemeyer Bedenken, ob man Gebäude – immerhin fast 13 Meter – in dieser Höhe in der Gemeinde zulassen wolle. Bislang sind Gebäude dieser Höhe nur in Ausnahmefällen entlang der Hauptstraße möglich. Aus der CDU-Fraktion hatte es bereits früher den Vorstoß gegeben, die Bebauungspläne entlang der großen Straßen im Ort zu überarbeiten, um höhere Bebauungen zuzulassen. Dr. Gisela Werber (CDU) fragte, warum man nicht in diesem Zuge den betreffenden Bebauungsplan anfasse.
Arnold Hannöver (CDG) sagte, um die Entwicklung der Gemeinde weiterzutreiben, müsse etwas passieren. Theo Kettmann (FDP) meinte, die geplanten Gewerbeflächen stärkten den Ort.
