Ganderkesee - Wenn Erika Lisson und Jürgen Lüdtke eine blaue Kiste mit grünem Deckel hinter sich herziehen, dann sind sie vermutlich auf dem Weg zur nächsten Beratung. Der Vorsitzende und die Beisitzerin des Seniorenbeirats wollen älteren Menschen ermöglichen, ihren Alltag so lange wie möglich selbstbestimmt zu gestalten.
Seit acht Jahren gibt es das Angebot in Ganderkesee. Neben Erika Lisson und Jürgen Lüdtke sind auch der stellvertretende Vorsitzende des Seniorenbeirates, Rüdiger Laudien, sowie Beisitzer Hans-Joachim Brandt als Wohnberater unterwegs. Die Organisation läuft über Christa Wachtendorf im Fachbereich Soziale Hilfen im Rathaus. „Wir müssen ja versichert sein“, erklärt Jürgen Lüdtke. Die Ausbildung organisiert das Land Niedersachsen. Mehrere Wochen lang findet einmal pro Woche ein Treffen statt.
Interessierte bekommen Tipps zu Umbaumöglichkeiten, Hilfsmitteln und Finanzierungsmöglichkeiten. „Wir sind aber neutral, nennen keinen konkreten Handwerker oder eine Bank“, betont Erika Lisson, die auch schon mal selbst zur Säge gegriffen hat, um eine Türschwelle zu beseitigen. Wenn der Alltag auch mit all den Hilfsmitteln zu Hause nicht mehr möglich ist, geben die Wohnberater Tipps zu Pflegeheimen.
Doch bevor es so weit ist, kommt die „Wunderkiste“ zum Einsatz. Hier ein kleiner Überblick, was sich darin verbirgt:
Löschdecke: „Die kostet ganz wenig Geld und lässt sich einfach drüberwerfen, wenn man das Essen auf dem Herd vergessen hat“, sagt Erika Lisson und breitet ihr neues Lieblingsteil aus der „Wunderkiste“ aus.
Fußmatte für Demenzkranke: Sie schlägt Alarm, wenn jemand drauftritt. „So kriegt zum Beispiel die Frau mit, wenn ihr an Demenz erkrankter Mann durch die Terrassentür ausbüxen will“, erklärt Erika Lisson.
Bewegungsmelder: „Viele haben nicht einmal eine Nachttischlampe. Der Lichtschalter ist neben der Tür, da müssen sie im Dunkeln hin. Ein Bewegungsmelder für die Steckdose ist eine preiswerte Sache“, empfiehlt Erika Lisson. Außerdem gebe es Bewegungsmelder mit Batterien, die unter dem Bett angebracht werden. Dann geht das Licht an, sobald jemand seine Füße aus dem Bett streckt.
Mobiler Handgriff: Es gibt Handgriffe, die mit Saugnäpfen da befestigt werden können, wo sie gerade benötigt werden. „Die sind praktisch, wenn man zum Beispiel in den Urlaub fährt“, sagt Erika Lisson. Und Jürgen Lüdtke ergänzt: „Die saugen sich wirklich fest.“
Notfalldose: In dieser Dose haben die Wohnberater Aufkleber, auf denen notiert wird, wo sich die Notfallmappe und Medikamente befinden. Die Aufkleber sollten gut sichtbar in der Wohnung angebracht werden.
Übrigens: Die Wohnberater leihen Utensilien aus ihrer Kiste auch gerne aus.
