WOLFSBURG - Der deutsche Volkswagen-Konzern peilt eine Zusammenarbeit mit dem russischen Autobauer Gaz an. Angedacht ist die gemeinsame Montage von VW-Modellen in den Gaz-Betrieben, da die Produktionskapazität im VW-Werk in Kaluga bei Moskau offenbar nicht ausreicht.
„Wir sind in engem Kontakt mit der russischen Regierung, um die beste Lösung zu finden und unsere strategischen Ziele zu erfüllen“, teilte die russische VW-Tochter Volkswagen Group Rus am Mittwoch in Moskau mit. Details zu der angedachten Kooperation nannte VW Group Rus aber nicht. Die Gespräche mit Gaz seien noch nicht abgeschlossen, hieß es.
Die Verhandlungen stünden kurz vor dem Abschluss, hatte der Chef des russischen Konzerns, Bo Andersson, vor kurzem dem staatlichen TV-Sender „Russia Today“ gesagt. „Ich denke, dass wir innerhalb eines Monats Vollzug melden können.“
Anfang September hatte VW-Chef Martin Winterkorn bei einem Treffen mit dem russischen Regierungschef Wladimir Putin in Moskau eine mögliche Kooperation mit Gaz in Aussicht gestellt. Der russische Markt sei für VW einer der wichtigsten und aussichtsreichsten, hieß es. So will VW in seinem Werk in Kaluga, rund 200 Kilometer von Moskau, eine zweite Fertigungslinie bauen.
Die „Financial Times“ berichtete am Mittwoch, der Wolfsburger Konzern verhandle mit dem russischen Autobauer über die Montage von bis zu 150 000 Wagen im Jahr im Gaz-Werk in der Wolga-Stadt Nischni Nowgorod. Gaz gehört zum Imperium des Oligarchen Oleg Deripaska.
