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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Autoindustrie: VW hält Investitionen stabil

14.11.2020

Wolfsburg Der Volkswagen-Konzern will trotz der hohen Unsicherheit durch die Corona-Krise seine Investitionen in den kommenden fünf Jahren stabil halten. Gleichzeitig steckt der größte Autohersteller der Welt knapp die Hälfte der geplanten Gesamtausgaben von etwa 150 Milliarden Euro bis einschließlich zum Jahr 2025 in Zukunftstechnologien.

Das Unternehmen teilte am Freitag nach einer Aufsichtsratssitzung zur Fünfjahresplanung in Wolfsburg mit, dass insgesamt 73 Milliarden Euro für den Ausbau von Elektromobilität, Hybridtechnik und Digitalem geplant sind. Das ist deutlich mehr als im letzten Fünfjahresplan mit etwa 60 Milliarden Euro.

Geld für Software

Vor allem leitet Konzernchef Herbert Diess nun mehr Geld in die Entwicklung von Software und Vernetzung. Der Betrag wächst hier mit 27 Milliarden Euro auf etwa das Doppelte. Diess hat schon häufiger betont, dass nach dem Umbruch zu Elektroantrieben insbesondere die Vernetzung und die Steuerung per Software an vorderster Stelle stehe. „In den nächsten Jahren wird es darauf ankommen, auch bei der Software im Fahrzeug eine Spitzenposition einzunehmen“, sagte er.

Geld für E-Antriebe

Für E-Antriebe veranschlagt der VW-Konzern mit 35 Milliarden Euro rund zwei Milliarden Euro mehr als bei der letzten Planung Ende 2019. Die Gesamtsumme von 150 Mrd. Euro bleibt im Vorjahresvergleich so gut wie unverändert. Am Montag will VW Investoren und Analysten seinen finanziellen Ausblick erläutern.

Schlankheitskur

Der Konzern sieht seine Investitionsplanung unter der Voraussetzung eines „moderaten Wachstums“ der Weltwirtschaft und der wichtigsten Märkte über die bevorstehenden fünf Jahre – „mit regionalen Unterschieden“. Außerdem sollen in der VW-Gruppe noch mehr Prozesse verschlankt und weniger nachgefragte Modelle gestrichen werden.

Modellverteilung

VW verteilt mit der neuen Fünfjahresplanung auch Geld und Modelle auf die Werke um. So geht die Produktion des Mittelklassemodells Passat wie erwartet ab 2023 ins slowakische Bratislava. Dort soll der Passat zusammen mit der Superb-Familie der tschechischen Tochter Skoda gefertigt werden.

Deutsche Standorte

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Die deutschen VW-Standorte bekommen über die nächsten fünf Jahre rund 20 Milliarden Euro, mehrere neue Modelle gehen ins Heimatland. Nach Angaben des Betriebsrats fließen allein ins Stammwerk Wolfsburg mehr als drei Milliarden Euro. Hier sollen unter anderem ein Nachfolger für das kleine SUV Tiguan sowie ein neues Groß-SUV angesiedelt werden. VW zieht auch sämtliche Varianten des Kernmodells Golf in der Zentrale zusammen.

Der Standort Hannover, an dem die kleineren VW-Nutzfahrzeuge zu Hause sind, wird zum Mehrmarkenwerk. Zur Fertigung eines neuen Elek­tro-Oberklassewagens in drei verschiedenen Varianten für andere Konzernmarken werden in Hannover rund 680 Millionen Euro reserviert. Die Transportertochter VWN erhält insgesamt – auch für andere Standorte – knapp 4,5 Milliarden Euro. Für die sächsischen Standorte in Zwickau, Dresden und Chemnitz sind 1,2 Mrd. Euro vorgesehen.

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