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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Autobau: VW setzt auf günstige Stromer

13.11.2018

Wolfsburg /Emden Volkswagen will nach dem Start seiner vollelektrischen ID-Modellfamilie zusätzlich einen E-Kleinwagen auf den Markt bringen. Dieser solle unter 20 000 Euro kosten, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus gut informierten Kreisen.

Die Markteinführung des Modells soll demnach frühestens 2022 sein. Ziel sei es, stärker als bisher bekannt auf Elektrifizierung zu setzen. Volkswagen wollte dies zunächst nicht kommentieren. Ab 2019 soll die ID-Modellfamilie in Zwickau vom Band rollen.

VW-Konzernchef Herbert Diess hatte ohnehin angekündigt, Volkswagen wolle dem Elektroauto-Pionier Tesla bei den günstigeren Stromern den Rang ablaufen. „Da werden wir ihn stoppen, an der Linie von 30 000 Euro“, hatte Diess bereits im vergangenen Jahr – damals noch als VW-Markenchef – gesagt.

Anfang November war bekanntgeworden, dass Volkswagen eine Neuausrichtung seines Werkes in Emden plant. Ein Sprecher des VW-Werks in Ostfriesland wollte unlängst ein Produktionsende des dort gebauten Passat-Modells zugunsten von Elektro-Autos zwar nicht bestätigen, meinte aber: „Das ist eine Option.“ Medien-Berichten zufolge soll die Produktion der Passat-Limousine nach Osteuropa, konkret ins Werk im tschechischen Kvasiny, verlegt werden. Hintergrund ist die sinkende Nachfrage nach Limousinen. Dies trifft vor allem das Werk Emden und hat wiederholt zu Kurzarbeit geführt.

VW-Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann sagte, dass keinesfalls geplant sei, die Produktion des Passat einzustellen, der auch künftig ein wichtiges Modell sei: „Im Gegenteil, wir möchten unsere Markenpräsenz in diesem Marktsegment weiter ausbauen.“ Ein Sprecher ergänzte, der Konzern überprüfe laufend die optimale Belegung und Auslastung der Standorte. Es gehe darum, eine tragfähige Zukunftsperspektive in Emden zu finden. Am Freitag tagt der Volkswagen-Aufsichtsrat, dann soll über die künftige Planung und Investitionen entschieden werden.

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Verschiedenen Medienberichten zufolge sollen künftig zwei verschiedene Elektro-Auto-Modelle in Emden vom Band laufen. Rund 100 000 Fahrzeuge pro Jahr sind demnach vom Modell „ID Aero“ geplant. Das Fahrzeug, das in einer ersten Studie noch „ID Vizzion“ hieß, soll eine Art Elektro-Bruder von Passat und Arteon werden, die zurzeit in Emden gefertigt werden. Zusätzlich sollen die Ostfriesen nach einem Bericht der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (HAZ) noch jährlich rund 200 000 Exemplare eines neuen Modells der Elektro-Kompaktklasse, intern „MEB Entry“ genannt, bauen.

VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh hatte den Vorstand des Autoriesen schon im August aufgefordert, für die Auslastung des Werks in Emden zu sorgen. „Wenn der Trend in Richtung Elektromobilität gehen würde, dann brauchen wir natürlich auch ein Elek-troauto in Emden“, sagte er damals und betonte: „Wir wollen nur, dass der „Zukunftspakt“ eingehalten wird – 290 000 Fahrzeuge im Jahr 2020.“

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Jörg Schürmeyer Redakteur / Wirtschaftsredaktion
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