Ich bewirtschafte einen Mutterkuhbetrieb in Rodenkirchen, halte meine Tiere in guter Tradition im Sommerhalbjahr ganz auf der Weide. Wie im Küstengebiet üblich, sind meine Ländereien von Gräben umsäumt, die drei Funktionen erfüllen: Entwässerung, Viehtränke und viehkehrende Einzäunung der Flächen.
Mein Betrieb umfasst circa 50 Hektar mit 25 Einzelschlägen. Da ich im Laufe des Sommers alle Schläge einzeln beweide, müsste ich auch alle Schläge einzeln wolfssicher einzäunen, um im Falle eines Wolfsangriffes eine Entschädigung zu bekommen und Schaden durch panisch ausbrechende Tiere zu verhindern.
Bei einer Flächengröße von 2 Hektar kommt man auf durchschnittlich 560 Meter Zaunlänge pro Schlag. Macht für meinen Betrieb eine erforderliche Gesamtlänge von 14 Kilometer. Dieser Zaun muss nicht nur angeschafft und aufgebaut werden, geht man mal von günstigen 20 Euro pro Meter aus, käme ich auf 280 000 Euro, sondern erstens müsste ich für einen mittleren fünfstelligen Betrag eine neue Tränkeversorgung aufbauen, und zweitens müsste der Zaun in regelmäßigen Zeitabständen abgebaut werden, um eine Aufreinigung der Gräben zu gewährleisten.
Um den Unsinn dieser Maßnahme zu erkennen, braucht es kein Herdenschutzzentrum, gesunder Menschenverstand reicht aus. Auf die Hilfe von Naturschutzverbänden und Wolfsfreunden können wir leider auch nicht setzen.
Deshalb ist die Forderung nach wolfsfreien Zonen im Küstengebiet auch kein Unsinn, sondern eine Notwendigkeit, da ein effektiver Herdenschutz hier nicht möglich ist.
