Delmenhorst - Ratlose Gesichter und erregte Diskussionen in Delmenhorsts Problemviertel Wollepark: Die Bewohner von zwei Wohnblöcken stehen seit Dienstagmorgen ohne Wasser da. Grund sind offene Rechnungen für Wasser und Gas in Höhe von rund 200 000 Euro. Auf der Straße wurde eine Wasser-Notversorgung installiert.

Die Delmenhorster Stadtverwaltung, die Stadtwerkegruppe und die Polizei haben mit ihrem Vorgehen ihre Androhungen in die Tat umgesetzt. Sie hatten die Maßnahmen vorher per Aushang in verschiedenen Sprachen bekanntgemacht. Familien mit Minderjährigen sollen zum Schutz des Kindeswohls in leerstehende Flüchtlingsunterkünfte umquartiert werden. Die Unterbrechung gilt den Angaben zufolge „bis auf Weiteres“. Und es droht eine weitere Eskalationsstufe: die Unterbrechung der Gasversorgung.

Die betroffenen Mieter, in der Regel Niedriglöhner, die vom Jobcenter Aufstockungshilfen beziehen, trifft keine Schuld an der Situation. Sie haben laut Stadt ihre Nebenkosten an die Vermieter immer gezahlt. Die hätten das Geld aber nicht an die Stadtwerke weitergeleitet.

Man habe sich zu dem rigorosen Vorgehen entschlossen, um sich nicht länger „zum Spielball der Vermieter“ machen zu lassen, so Delmenhorsts Oberbürgermeister Axel Jahnz. Noch vor zwei Jahren hatte die Stadt unter Hinweis auf ihre soziale Verantwortung auf eigene Rechnung 80 000 Euro Außenstände übernommen.