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Agrarministerin In Wüsting Sie will sich für Betriebe ins Zeug legen

Wüsting - Es war eine besondere Form der Bürgerfragestunde: Auf Einladung des Landvolks Hude stellte sich Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) am Mittwochabend auf dem Hof Emken in Wüsting den Fragen der Landwirte, die aus der gesamten Region angereist waren. Das Spektrum der Themen reichte von Dürrebeihilfen über die Verschärfung der Düngeverordnung bis hin zur Bekämpfung des Wolfs. Vor allem wollten die Bauern eines wissen: Wie ist es um die Zukunft ihrer Branche bestellt? Und die Ministerin gab ein klares Versprechen ab: „Ich will mich für die Familienbetriebe ins Zeug legen.“

„Wir sind froh, dass wir die Arbeit hier erledigt bekommen“, sagte Frank Emken (44), der vor Beginn des „Politischen Dämmerschoppens“ Otte-Kinast über den Hof führte. Mit dabei seine Ehefrau Silke, die Kinder Milena (13), Lara (12) und Mika (10) sowie Ortslandvolkvorsitzender Ingo Wachtendorf und der CDU-Kreisvorsitzende und Huder Ratsherr Dirk Vorlauf.

Emken bewirtschaftet in fünfter Generation einen Milchviehbetrieb mit 200 Kühen und 180 Hektar Land, davon 80 Hektar Ackerland. Seine Bitte an die Ministerin: „Wir brauchen faire Rahmenbedingungen.“ Ähnlich sah es Wachtendorf: „Vor allem die jungen Leute brauchen eine Perspektive“, erklärte er vor den gut 250 Zuhörern. Hier einige Themen im Überblick:

Tierschutz

Eine rigorose Kontrolle der Schlachthöfe kündigte Otte-Kinast an. Die „schwarzen Schafe“ müssten zur Verantwortung gezogen werden. Die Fristverlängerung für die Ferkelkastration sei richtig gewesen. Es müssten die Studien zu Narkosemitteln abgewartet werden. Auf Nachfrage von Eduard Hüsers (Grüne) bekannte sie sich zum sogenannten Tierwohl-Label.

Düngeverordnung

Diverse Landwirte beklagten die pauschale 20-prozentige Kürzung bei der Stickstoffdüngung. Hart betroffen seien die Grünlandbetriebe, meinte Torben Lüschen aus Benthullen. „Bei einer Neuansaat muss ich sogar den Kreis fragen.“ Für die Verbesserung des Bodens müsse es eine einheitliche Regelung geben, so Lüschen unter Applaus. Malte Claußen rügte die Obergrenze von 170 kg Gesamtstickstoff je Hektar. Und André Heinemann hakte nach, warum die Grenze nicht wieder auf 230 kg N/ha angehoben werde. Dann würde weniger Wirtschaftsdünger ausgebracht. Vielleicht sollte das in einem „Modell-Landkreis“ einmal ausprobiert werden.


Otte-Kinast betonte, die Grenze von 170 kg N/ha sei Gesetz. Aber auch sie mache es wütend, dass es keine Herbstdüngung mehr geben solle. Um das Grundwasser zu schützen, sollen „rote Gebiete“ ausgewiesen werden. Die Ministerin kündigte an, dass hier zugunsten der Betriebe stärker differenziert werde.

Klimaschutz

Heinz Blankemeyer wollte wissen, welche Belastung auf die Landwirte zukäme, falls eine CO 2 -Steuer eingeführt werde. Sie werde sich für die Belange der Landwirtschaft einsetzen, so die Ministerin. Wenn die Moore wieder vernässt werden sollen, käme das nächste Problem auf die Grünland-Bauern zu. Ihr Ministerium sei fachlich vorbereitet. „Politik muss auch einmal sagen, wenn etwas nicht geht“, so Otte-Kinast. Andere Redner wiederum kritisierten, dass sich Politik immer mehr von der Fachlichkeit entferne und der Polemik bestimmter Interessengruppen folge.

Wolf-Bekämpfung

„Das Wolf gehört hier nicht her!“, betonte Hergen Haferkamp und wies unter anderem auf die Sorgen der Schafhalter hin. Wilfried Siems forderte eine effektive Bekämpfung der Nutrias. Diese würden die Deichsicherheit gefährden. Otte-Kinast kündigte Absprachen mit Umweltminister Olaf Lies (SPD) zur Eindämmung des Wolfs an.

Eine andere Nuance brachte Pastor Udo Dreyer ein: „Wir machen bei den Landtagen einen Gottesdienst zum Thema: Was das Land aufblühen lässt. Was kommt Ihnen dabei in den Kopf?“ „Zunächst die Blühstreifen“, zeigte sich Otte-Kinast zunächst etwas verblüfft. Aber dann wies sie auf den Zusammenhalt und das Engagement der Menschen in den Dörfern hin. Ihr Bekenntnis war auch Mahnung: „Ohne Bauer stirbt das Dorf!“

KOMMENTAR Modell Oldenburg-Land

Stefan Idel
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Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent
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