WüSTING - Die Zughalt-Einweihung war gestern ein großer Feiertag für Wüsting. Die Bahn lud zu kostenlosen Hin- und Rückfahrten nach Hude und Oldenburg ein.

Von Stephan Onnen

WÜSTING - Ihr schönstes Weihnachtsgeschenk haben sich die Wüstinger gestern selber gemacht: Nicht zuletzt den hartnäckigen Bemühungen des Bürgervereins ist es zu verdanken, dass am Sonntag der von der Landesnahverkehrsgesellschaft und der Deutschen Bahn AG mit einem Aufwand von rund 1,6 Millionen Euro zur modernen Station ausgebaute Bahnhof eingeweiht werden konnte. Darauf hatten die Wüstinger fast 30 Jahre lang gewartet – entsprechend groß war die Euphorie im Ort: Hunderte von Neugierigen schritten die beiden 210 Meter langen Bahnsteige ab und genossen das umfangreiche Rahmenprogramm. Der Bürgerverein hatte seinen Weihnachtsmarkt eigens in die gesperrte Bahnhofstraße verlegt.

Riesen-Andrang herrschte auch, als Dr. Wolf Gorka, Geschäftsführer der Landesnahverkehrsgesellschaft, Hudes Bürgermeister Axel Jahnz, Landrat Frank Eger und Bundestagsabgeordnete Angelika Brunkhorst ein Band zur symbolischen Einweihung durchtrennten. Assistiert wurden sie von den Landtagsabgeordneten Karl-Heinz Bley und Christian Dürr sowie von Axel Sauert, Leiter des Bahnhofsmanagements Osnabrück. „Ich bin heute Vater geworden“, strahlte Sauert und meinte das im übertragenen Sinne: Er hat die Bahnhofsanlage geplant und ist zurecht stolz auf sein Werk.

Allein, dass für zwei Bahnsteige nur ein Fahrkartenautomat zur Verfügung steht, wird als Makel empfunden. „Das muss nicht so bleiben“, versicherte Wolf Gorka. Wüsting ist der 378. Bahnhof in Niedersachsen – vom wirtschaftlichen Nutzen zeigte sich der Geschäftsführer der Landesnahverkehrsgesellschaft überzeugt: „Wir wollen hier 600 Reisende pro Tag haben.“ Zum Ausprobieren lud die Bahn gestern mit kostenlosen Hin- und Rückfahrten nach Hude und Oldenburg ein. Bürgermeister Axel Jahnz bezeichnete den Zughalt als „neuen Leuchtturm“. Er lobte ebenso wie Landrat Frank Eger das Engagement der Wüstinger für die Wiedereröffnung des Bahnhofs. „Hoch lebe Wüsting“, rief Jahnz unter dem Beifall der Menge.

Vize-Bürgermeister Peter Zwiener überreichte der Vorsitzenden des Bürgervereins Wüsting, Edith Bröcker, eine historische Bahnschlussleuchte. Bröcker nahm das Geschenk gerne entgegen, betonte aber selbstbewusst: „Schlusslicht wollen wir in Wüsting nicht sein.“