Wüsting/Berne - Was es mit einem alten B-Pflug im Gegensatz zu einem modernen Volldrehpflug auf sich hat und wie mit altem landwirtschaftlichen Gerät der Erdboden mit möglichst akkuratem Pflugbild bearbeitet werden kann, das stellte Peter Sattler vor. Er war als Referent bei den Treckerfreunden Wöschenland zu Gast.
Der Huder gilt als Fachmann. 2011 wurde er Deutscher Meister im Leistungspflügen Oldtimer. Dabei geht es darum, ein sogenanntes Beet, eine Fläche von 25 Metern Breite und einer Länge von 80 bis 100 Metern, in vier bis fünf Stunden zu pflügen.
Gewertet wird Gradlinigkeit der Furche, das gewendete Erdreich (Pflugballen) und eine schöne Krümelung. Das alles mit einer Tiefe von 18 bis 22 Zentimetern. Am Ende muss jede Furche wie die andere aussehen.
Die Idee, das Pflügen zum Hobby zu machen, kam Peter Sattler erst im Laufe der Jahre: „Bei uns zu Hause wurde zwar auch gepflügt und der Acker bestellt. Was mich dabei aber schon als Jugendlicher mehr faszinierte, waren die verschiedenen Stellschrauben, mit dem ein Pflug optimal auf die Gegebenheiten eingestellt werden kann.“
Bei seinem Arbeitgeber habe er sich bei Vorführungen viel abgeschaut. Irgendwann stand dann ein Deutz-15-Traktor, ein Oldiemodell, vor der Tür. Dazu ein Ankopplungspflug mit Handaushebung. „Der wurde nur ehrfürchtig ,Totschläger‘ genannt, da beim Drehen enorme Kräfte wirkten und diese schlimme Verletzungen hervorrufen konnten.“
Inzwischen hatte sich Sattler in Schleswig-Holstein bei verschiedenen Veranstaltungen im Leistungspflügen umgeschaut und immer mehr Gefallen daran gefunden. Daraus wurde dann ein Sport.
Streichbleche aus Metall oder Kunststoff, Pflugschar, Schleifsohle, Pflugbrust und -rumpf, Griessäule, Grindel und Sterzen sind Fachbegriffe, die Sattler vorstellte und dabei auch die verschiedenen Arten der Pflüge erklärte: angefangen vom Schwebepflug hinter Pferdeanspannung bis zum modernen Drehpflug.
Sein Hauptaugenmerk lag an diesem Abend auf der Arbeit mit der Oldietechnik in Bezug auf Hydraulik, Pflugtypen und Schleppern. Daneben gab es etwas Theorie über den Deutschen Pflügerrat und die Welt-Pflüger-Organisation zu hören, die das Leistungspflügen mit Veranstaltungen koordinieren und organisieren.
Gebannt lauschten die Treckerfreunde Wöschenland den Ausführungen. Viele von ihnen konnten auch eigene Erfahrungen beisteuern.
