WüSTING - WÜSTING/SO - Mehr Transparenz fordert die Anlieger- und Interessengemeinschaft „Biogasanlage“ von der Huder Gemeindeverwaltung. In einem Schreiben an Bürgermeister Axel Jahnz machen Hans Sperveslage und drei weitere Unterzeichner deutlich, dass kein Widerspruch zur von Helmut Urban in Wüsting betriebenen 500-Kilowatt-Anlage bestehe. Vielmehr werde die geplante Erweiterung auf zwei Megawatt abgelehnt.

Die Unterzeichner verweisen darauf, dass auch die jetzige Anlage nicht geräuschfrei arbeite, „Negativeinflüsse“ aber bisher hingenommen worden seien. Durch eine mögliche Erweiterung der Anlage werde die Belastung erheblich erweitert. „Irgendwann ist die Grenze des Belastungspotenzials erreicht“, heißt es in dem Schreiben.

Die Unterzeichner fordern im Hinblick auf die vom Bürgermeister angekündigten „Energiewende“ ein „Gesamtkonzept“ ein, ansonsten bestehe die Gefahr, „von einer Abhängigkeit in die andere zu schlittern.“

Zur geplanten Wärme-Versorgung von gemeindeeigenen Gebäuden fragt die Anlieger- und Interessengemeinschaft nach einer Kosten-/Nutzen-Analyse. Sie möchte wissen, welchen Wärmebedarf die Liegenschaften haben und ob die Wärmemenge einer 500-Kilowatt-Anlage ausreicht. Aufklärung verlangt die Initiative auch im Hinblick auf eine mögliche Wärmeversorgung der nahen Siedlung – um Spekulationen vorzubeugen, sei eine offene Umgangsweise nötig. So möchte die Initiative vom Bürgermeister erfahren, ob es bereits Gespräche gibt und, falls ja, wer diese führt.

Bürgermeister Axel Jahnz erklärte dazu auf Anfrage der NWZ , man werde all’ diese Fragen im Rahmen des laufenden Bauleitplanverfahrens „ruhig und sachlich“ abarbeiten, damit die Politik ihre Entscheidung treffen könne. „Wir werden nichts verheimlichen“, versprach Jahnz. Er freue sich auf die Auseinandersetzung – allerdings erst, wenn dafür der richtige Zeitpunkt gekommen sei. Den Vorwurf der „Abhängigkeit“ wies er zurück. „Es geht darum, einen Energiemix zu finden, der ökonomisch und ökologisch vertretbar ist.“