Wüsting/Grummersort - Zum diesjährigen Frühjahrstreffen der Solidarischen Landwirtschaft Oldenburg kamen mehr als 90 Menschen in der großen Gemüsehalle der Hofgemeinschaft Grummersort in Wüsting zusammen, um gemeinsam in das vierte Anbaujahr zu starten.

In der Solidarischen Landwirtschaft (Solawi) tragen private Haushalte die Kosten eines landwirtschaftlichen Betriebs und erhalten im Gegenzug einen wöchentlichen Ernteertrag. Dabei wird die Landwirtschaft und nicht das einzelne Lebensmittel finanziert.

Viele Teilnehmer auf dem Frühjahrstreffen kennen sich seit der Gründung der Oldenburger Solawi, manche kennen sich von Mitmachaktionen wie der spätsommerlichen Möhrenernte.

Für die neuen Mitglieder und interessierte Gäste bot sich beim Treffen die Gelegenheit, den Hof und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen zu lernen.

„Aber auch für uns Hofmitarbeiter ist dieses Treffen etwas Besonderes, da wir hier die Menschen besser kennen lernen, für die wir die Lebensmittel herstellen“, so Eike Frahm, einer der drei Landwirte von Grummersort, die 2017 die Solawi gegründet haben.

Fragt man die Mitglieder, warum sie bei der Solawi mitmachen, kommen ganz unterschiedliche Beweggründe zusammen.

Manche legen beispielsweise Wert auf frische, regionale Produkte in Bioqualität. Für andere wiederum ist es besonders wertvoll zu wissen, woher das Essen auf ihren Tellern kommt und wer es wie hergestellt hat.

Viele möchten mit der Solawi ein Zeichen setzen und Verantwortung übernehmen für eine zukunftsfähige Landwirtschaft. So bringt die Solawi – anders als eine Biokiste oder ein Marktstand – nicht nur Erzeuger und Verbraucher zusammen, sondern verbindet Menschen auf eine neue Art und Weise und steigert so die Wertschätzung für die landwirtschaftliche Arbeit.

„Unsere Solawi verteilt mittlerweile Ernteanteile an 120 Haushalte. Gemeinsam bewirtschaften wir ein Fünftel des Hofes solidarisch und wollen diesen Anteil weiter ausbauen“, so Frahm. „Neue Mitglieder sind jederzeit willkommen!“.

In der Oldenburger Solawi kann man zwischen einem veganen Ernteanteil, einem Anteil mit Milchprodukten aus der hofeigenen Käserei und einem Anteil mit Fleischprodukten wählen.

Die Mitglieder können ihre Ernteanteile jede Woche in einer der vier Verteilerstationen in Oldenburg, auf dem Hof oder am Marktstand in Delmenhorst abholen. Wer will, kann die Ernteanteile für vier Wochen probeweise testen.