WüSTING/HUDE/GANDERKESEE - Jürgen Kikker und Jürgen von Seggern strahlten Zufriedenheit aus, als sie den Jahresabschluss 2006 der Volksbank Ganderkesee-Hude vorstellten. „Wir stehen gut da“, bilanzierte Vorstandsmitglied von Seggern, und sein Kollege Kikker ergänzte: „Wir haben uns erneut im Wettbewerb behauptet.“ Davon profitieren auch die 9410 Mitglieder: So beschloss die vom Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Poppe geleitete Vertreterversammlung am Dienstagabend im „Wüstenlander Hof“ in Wüsting einstimmig, dass die Bank ihren Mitgliedern aus dem Bilanzgewinn von rund 311 000 Euro erneut eine Dividende von 5,25 Prozent auf ihre Geschäftsguthaben auszahlt.
Den Wachstumskurs belegten beide Bankchefs mit eindrucksvollen Zahlen: Die Bilanzsumme stieg mit rund 4,8 Millionen Euro um 1,8 Prozent auf etwa 270 Millionen Euro an. Dies ist auf die deutlich gewachsenen Kundeneinlagen, die um zirka fünf Millionen – das entspricht einem Plus von 2,1 Prozent – auf 193 Millionen Euro gestiegen sind, sowie auf die Steigerung der Kundenforderungen um 1,9 Prozent auf 189 Millionen Euro zurückzuführen. Der Betriebsgewinn blieb gegenüber dem Vorjahr fast konstant, so dass das Eigenkapital in Höhe von nunmehr 18,1 Millionen Euro nachhaltig gestärkt werden konnte.
„Die Ergebnisentwicklung war erfreulich, wenn auch nicht so stark wie im Vorjahr“, resümierte Jürgen Kikker. „Die niedrigen Zinsen machen uns zu schaffen“, räumte Jürgen von Seggern ein. Für das Geschäftsjahr 2007 erwartet die Geschäftsleitung ein leicht abgeschwächtes Ergebnis. Die Nachfrage nach Investitionskrediten ziehe wieder an, die Entwicklung im Wohnungsbau sei nach den Vorzieheffekten des Jahres 2006 aufgrund der Abschaffung der Eigenheimzulage zufrieden stellend. Kikker betonte, dass aufgrund des starken Wettbewerbes auf dem deutschen Bankenmarkt weiterhin mit einem Rückgang der Margen im Zinsgeschäft zu rechnen sei. Er stellte aber klar, dass die Volksbank Ganderkesee-Hude eine „Universalbank“ bleiben werde.
Kritik übten die Banker an starken Reglementierungen aufgrund neuer Gesetze und Verordnungen, die die Abläufe in den Banken gerade in 2007 stark beeinflussen würden. Dies führe zu wirtschaftlichen und organisatorischen Belastungen.
Drei Aufsichtsräte im Amt bestätigt – Medienexperte Mielke bekommt viel Applaus
Vorstand und Aufsichtsrat
der Volksbank Ganderkesee-Hude wurden am Dienstagabend einstimmig entlastet. Wieder in den Aufsichtsrat gewählt wurden Ronald Bredendiek aus Bookhorn, Enno Einemann aus Lintel und Rolf Wenke aus Köterende. Die Volksbankhatte am
Ende des vergangenen Jahres 9410 Mitglieder und 25 152 Kunden. Zurzeit hat die Bank sechs Geschäftsstellen mit 111 Mitarbeitern.
Referent
auf der Vertreterversammlung war der Journalist und PublizistDr. Friederich Mielke, der einen engagierten Vortag zum Thema „Politik und Medien – aus dem Blick eines Insiders“ hielt. Der Applaus des Publikums und die Fragen aus dem Plenum verdeutlichten den hohen Unterhaltungswert seines Vortrags.
