WüSTING - Die Themen haben sich mit der Zeit gewandelt. Heute geht es nicht mehr in erster Linie um die Landschaft. Immer mehr berufstätige Frauen nehmen das Angebot war.
Von Benno Hespe
WÜSTING - Mit einem bunten Abend will der Landfrauenverein Wüsting am Sonnabend, 1. April, ab 19 Uhr im Gasthof „Zur Krone“ (Kunst/Mertins) in Oberhausen sein 50-jähriges Bestehen feiern. Aus der Taufe gehoben wurde der Verein auf Anregung des damaligen Landvolkvorsitzenden Hinrich Speckmann am 2. März 1956 von 25 Gründungsmitgliedern, von denen noch elf leben.Dem Vorstand gehörten damals Amanda Claußen als erste, Gertrud Bümmerstädt als zweite Vorsitzende, Marta Wenke als Kassenführerin und Alwine Korte als Schriftführerin an. Die Mitglieder zahlten einen für heutige Verhältnisse mäßigen Jahresbeitrag von 3,30 DM, der im Laufe der Jahrzehnte auf zehn Euro kletterte. Auch mit der Mitgliederzahl ging es stetig aufwärts, sie hat sich seit 1992 um die 200 eingependelt.
Gehörten dem Landfrauenverein in früheren Jahren hauptsächlich aktive Bäuerinnen und Hausfrauen an, beträgt der Anteil der aktiven Bäuerinnen gerade noch zwölf Prozent. Dafür zählen heute viele berufstätige (nichtlandwirtschaftliche) Frauen zum Verein. Diese Zahlen spiegeln die veränderte Struktur auf dem Lande wider, die auch in den Themen von früher und heute zum Ausdruck kommt.
Aus dem Vereinsbuch der ersten Jahre geht hervor, dass man sich in Vorträgen mit der zweckmäßigen Arbeitskleidung, der Geflügelhaltung und Kälberkrankheiten beschäftigt hat und sich zu Handarbeitsnachmittagen getroffen und Ausflüge unternommen hat. Auch gab es Beiträge über die Eutergesundheit oder über Dasselfliegen. Zu „DDR“-Zeiten wurden dann Pakete ins östliche Deutschland verschickt.
Heute wie damals sind Themen über die Gesundheitsvorsorge („Was jede Frau über Krebs wissen sollte“), zur Ernährungsberatung, über Kindererziehung oder über finanzielle Dinge aktuell. Auch hier gab es einen Strukturwandel. So interessiert sich die moderne Landfrau von heute beispielsweise für Computerkurse und Internet, für Erste-Hilfe- und Pannenkurse, für die Farb-Typ- und Stilberatung oder auch für die verschiedensten Büfetts.
Amanda Claußen stand von der Gründung bis 1976 an der Spitze des Landfrauenvereins. Ihre Nachfolgerin als erste Vorsitzende wurde ihre Stellvertreterin Gertrud Bümmerstädt, die dieses Amt im Jahre 1992 an die bis heute als erste Vorsitzende fungierende Elke Stenzel (sie übte seit 1985 das Amt der Schriftführerin aus) abgab.
