WüSTING - Über 70 Wüstinger Landfrauen nahmen am Donnerstagabend an der Jahreshauptversammlung ihres Vereins im Gasthof „Zur Mühle“ in Grummersort teil. Imka Claußen, 1. Vorsitzende, begrüßte die Gäste und gab einen Rückblick auf „ein arbeitsreiches und erfolgreiches“ Jahr 2010. Bei den Wahlen gab es keine Änderungen, im Amt bleiben Imka Claußen sowie Edith Lange und Heike Maas als 2. und 3. Vorsitzende, als Schriftführerin amtiert Meike Carstens, die Kasse wird weiterhin geführt von Lore Spreen.
2010 gab es bereits einige personelle Veränderungen: Vertrauensfrau Elsbeth Mönnich wurde von Elke Stenzel abgelöst, die Vertretung der Landfrauen im Ausschuss Familie/Gesellschaft trat Erika Carstens an Carmen Otte ab. Der Vorstand dankte allen für ihr Engagement. Besonders geehrt wurden Erika Carstens und Lisa Suhr, die sich „zuverlässig und unermüdlich um die Denkmalpflege gekümmert haben“.
Den Abend rundete der interessante Vortrag von Hauptkommissar a. D. Erich Kreye ab, der Ratschläge zum Thema „Wie kann ich mich besser schützen, um Kriminalität vorzubeugen?“ gab. Kreye zeichnete ein Bild vom Wandel der Gesellschaft: „Nach dem Krieg haben wir bei Null angefangen, da wurde mal ein Huhn oder ein Kaninchen geklaut, weil man Hunger hatte.“ Irgendwann wurde dann Bargeld das begehrte Ziel für Straftäter, meistens als Drogenanschluss-Delikt. Aber mittlerweile gebe es gar nicht mehr viele Möglichkeiten, unrechtmäßig an Geld zu kommen. Weder in Telefonzellen, noch an Tankstellen gebe es noch „Bares“, zeigte der Hauptkommissar auf, „oder wann haben Sie zuletzt von einem richtige spektakulären Bankraub gehört?“
Heute, im Zeitalter des Internets, in dem man ohne Pass durch über zehn Länder reisen könne, so der Fachmann, sei Kriminalität komplexer. Mit dem Wandel der Strukturen ändere sich auch das Verhalten der Straftäter.
Sie seien auf Bankkarten aus, so Kreye, „und noch mehr freuen sie sich, wenn sie die PIN-Nummer bekommen“. Denn das werde ihnen leider immer noch viel zu leicht gemacht. Gedankenlos tragen viele ihre Geheimnummern in der Geldbörse spazieren, weil sie sich die Kombination nicht merken können. Noch sorgloser kramen sie ihre Zettelchen direkt vor dem Automaten hervor. Vor so vielen Zuhörerinnen ließ es sich Kreye nicht nehmen, darauf hinzuweisen, dass für die meisten Frauen die Geldbörse ein modisches Accessoire ist. Ein Accessoire, bei dem nicht auf Sicherheit geachtet werde, sondern darauf, dass es zur Handtasche passt. Oft liege es „bunt und hübsch“ auf dem Einkaufskorb.
Kurze Videosequenzen gestalteten den Vortrag abwechslungsreich. Erich Kreye gab zum Schluss noch einen Hinweis: Für die Polizei sei es immer am wichtigsten, eine gute Täterbeschreibung zu bekommen, aber leider sei dies in der Aufregung oft das, worauf die „Opfer“ am wenigsten achten.
