WüSTING - „Kiek mol rin“ lautet die Devise von Helga und Herbert Heinemann. Die beiden haben sich mit drei anderen Familien zusammengeschlossen und betreiben den Bauernmarkt in Wüsting. Zu ihren Produkten zählen hausgemachte Nudeln und frisches Brot aus dem Steinbackofen von Ingrid Wragge, Eier und Kartoffeln von Helmut Schlötelburg, Obst und Gemüse von Familie Quaas aus Hudermoor und Fruchtaufstriche, Säfte, Honig und Gemüse, direkt aus eigener Produktion.
Die Idee, einen Bauernmarkt zu eröffnen, sei vor knapp acht Jahren entstanden, berichtet Helga Heinemann. Damals gab es einen Wochenmarkt in Wüsting, der nicht besonders gut lief, und so haben die vier Familien beschlossen auf dem Hof von Heinemanns aktiv zu werden. Täglich kann dort, unter der Woche von neun bis 18 Uhr, reingeschaut und eingekauft werden. „Im Sommer klingelt es jeden Tag mehrmals“, berichtet Herbert Heinemann. Die frischen Sachen sind stets auf einer Holztafel am Straßenrand aufgeführt.
Der Markt sowie der Hof werden von Heinemanns als Nebenerwerbsbetrieb geführt. Seit 1950 wird auf dem Hof Landwirtschaft betrieben – vor allem Milchviehhaltung –, schildert Herbert Heinemann. Er übernahm den Hof 1985 als Betriebsleiter von seinem Vater. 1992 wurden die Milchkühe abgeschafft, und es erfolgte eine Umstellung auf einen Nebenerwerbs- und Grünlandbetrieb. Nur von der Landwirtschaft hätten Heinemanns damals nicht leben können. 2001 begannen sie dann mit dem Bauernmarkt und der Direktvermarktung, erläutert Helga Heinemann.
Auch wenn es in ihrer Familie von Ideen nur so sprudele, müsse eins nach dem anderen gemacht werden, sagt sie. Vor fünf Wochen haben sie damit begonnen ein zweites Haus auf dem Hofgelände zu bauen. Ihre Tochter Bettina möchte dort im nächsten Jahr eine Ferienunterkunft für körperlich behinderte Menschen errichten. Bettina Heinemann arbeitet gegenwärtig in Schleswig-Holstein als Hauswirtschaftsleiterin mit behinderten Menschen. Das Haus wird sieben Zimmer mit 14 Betten haben und barrierefrei sein, erklärt Helga Heinemann. Versorgt werden die Gäste mit Gerichten aus frischem Gemüse vom Hof und der Umgebung. „Eine Kombination aus Behinderteneinrichtung und Direktvermarktung soll es werden“, sagt Herbert Heinemann. Seit knapp drei Jahren plant die Familie das Projekt bereits und im nächsten Jahr soll es „endlich“ Realität werden. Eine einmalige Einrichtung im Nordwesten könne es dann sein, hoffen die Heinemanns.
