WüSTING - Regelmäßig sind Kinder in Grummersort zu Gast. Beim Pflügen packen sie selbst mit an.

Von Christian Schwarz

WÜSTING - Die Kinder des Waldorfkindergartens „Pusteblume“ in Oldenburg können es gar nicht abwarten, auch eine Gurke zu ernten. Die grüne Frucht zu Hause auf dem Tisch ist ja auch bei weitem nicht so interessant, als wenn man sie direkt von der Pflanze „abdreht“. Margret Zimmermann von der Hofgemeinschaft Grummersort zeigt den „Jungbauern“, wie der richtige Dreh funktioniert.

Der Hof in der Nähe von Wüsting mit seinen 56 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche war zur Zeit seiner Gründung 1979 der erste Bauernhof im Landkreis Oldenburg, der biologisch-dynamisch wirtschaftete. Heute leben und arbeiten hier fünf Familien. Diese halten und züchten Kühe, Schafe sowie Schweine und bauen verschiedene Gemüsesorten, Kartoffeln und Getreide an.

Besonders wichtig für die Existenz der Hofgemeinschaft sind allerdings die Produkte aus der hofeigenen Käserei und Bäckerei. Die Produkte des Hofes bieten die Grummersorter Familien auf Wochenmärkten in Oldenburg und Delmenhorst an. Vor Ort findet der Verkauf immer freitags von 15 bis 18 Uhr statt. Außerdem schickt der Hof auch eine so genannte „Abokiste“ direkt nach Hause.

Wie Pflanzen wachsen, was Kühe fressen und warum Äcker gepflügt werden müssen, lernen auf dem Hof regelmäßig Schulklassen und Kindergartengruppen. Für viele ist es der erste Kontakt mit einem Bauernhof. Da wird auch schon mal die eine oder andere Nase gerümpft, weil es nicht wie im heimischen Badezimmer riecht. Dann aber siegt die Neugierde, und schnell gewöhnen sich die Kinder an die Landluft. Hier auf dem Hof können sie Tiere bestaunen, Pflanzen anfassen, Früchte ernten und auch bei der Bearbeitung des Ackerbodens mithelfen.


So wie die dritte Klasse der Freien Waldorfschule Oldenburg mit ihrer Lehrerin Frau Wetjen. Für drei Wochen tauschen die Jungen und Mädchen das Schulgebäude mit dem Bauernhof und lernen die wesentlichen Tätigkeiten des Bauers kennen. Sie pflügen und eggen den Boden und sähen Roggen. In mehreren Besuchen werden sie dann den Werdegang ihrer Saat beobachten können. Im Herbst soll dann Brot selbst gebacken werden.

Die pädagogische Arbeit wird in der Hofgemeinschaft großgeschrieben. „Wir wollen Kindern zeigen, wie Lebensmittel entstehen, und wie sie schmecken können“, sagt Margret Zimmermann. Als nächstes sind die Paprika an der Reihe. Aber die sehen noch so gar nicht nach Paprika aus. Vielleicht beim nächsten Besuch.

Mehr Infos unter www.

hofgemeinschaft-grummersort.de