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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Klare Signale in einem schwierigen Jahr

25.08.2018

Wüsting Ziel der Agrarpolitik der Bundesregierung sei eine „gesellschaftlich akzeptierte und wirtschaftliche tragfähige Landwirtschaft“. Das betonte Hermann Onko Aeikens, Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, am Freitag bei der Eröffnung der Agrar- und Freizeitschau „Landtage Nord“ vor Hunderten Zuschauern in Wüsting (Kreis Oldenburg).

Bei der technischen Bewältigung der Herausforderungen könne die Digitalisierung helfen, meinte der in Weener bei Leer geborene CDU-Politiker: Mit ihr könnten beispielsweise Dünger und Pflanzenschutzmittel präzise ausgebracht und Tiere genau beobachtet werden. Damit könnten sich dann manche Diskussionen, in denen Vorwürfe gegen die Landwirte aufkämen, quasi erledigen.

Um gesellschaftlich wieder mehr akzeptiert zu werden, müssten Schwachstellen abgestellt werden. Schwarzen Schafen dürfe man ihr Tun „nicht durchgehen lassen“, so Aeikens. Man müsse sich fragen: „Was hinterlassen wir unseren Kindern?“

Für die Landwirte sei 2018 ein weiteres schwieriges Jahr, räumte Aeikens ein – mit Nässe in der Saatperiode und extremer Hitze im Sommer. Viele Betriebe seien „nicht in der Lage, weiter zu existieren, wenn der Staat nicht hilft“, sagte Aeikens, der seine Karriere einst als Referent bei Niedersachsens (inzwischen verstorbenem) Landwirtschaftsminister Gerhard Glup aus Thüle begonnen hatte. Es sei aber richtig gewesen, mit Hilfszusagen zu warten, bis verlässliche Zahlen zu Getreide und Raps vorlägen, betonte Aeikens. Es gehe hier um Steuermittel.

Als Aufgaben für die Zukunft nannte er u.a. die Anpassung der Betriebe an Klimaveränderungen – etwa bei Bodenbearbeitung und Saatgut. Bei der „Neu-Architektur“ der EU-Agrarmittel sei eine Bindung an Umweltauflagen und eine Deckelung bei der Verteilung (z.B. für Großbetriebe) absehbar. Zu wenig Wert werde auf „Entlastung von Bürokratie“ gelegt, monierte der Staatssekretär.

Bei den bis Montag dauernden „Landtagen Nord“ werden rund 70 000 Gäste erwartet. „Ich sehe ein volles Haus“, freute sich schon zum Auftakt im Festzelt der Initiator Helmut Urban. Auch die Messe habe in den 15 Jahren ihres Bestehens – wie die Branchen, die sie repräsentiere – den Wandel gemeistert, sagte er. Aus anfangs 130 Firmen seien gut 600 geworden.

Hudes Bürgermeister Holger Lebedinzew und der Oldenburger Landrat Carsten Harings betonten die Bedeutung des Agrarsektors für die Region. Die „Landtage Nord“ seien „zu einer Visitenkarte geworden“. Sie böten Lösungen für Herausforderungen.

EWE-Vertriebsleiter Holger Herms wies darauf hin, dass die Landwirte auch die Energiewende mitgestalten. Viele Betriebe lieferten regenerierbare Energien. Wichtig sei der Ausbau des schnellen Internets auch auf dem Land. Die EWE gehört zu den rund 50 Ausstellern, die seit Messestart vor 15 Jahren stets dabei sind.

Harald Lesch, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft der Genossenschaftsbanken in Weser-Ems, betonte die enge Verbundenheit mit dem ländlichen Raum – allein schon über rund 200 Genossenschaften. Das gelte gerade auch in den aktuell nicht einfachen Zeiten.

Derweil war draußen bereits der Messebetrieb voll angelaufen. „Kontaktpflege“, aber auch Verkauf aller Reitsport-Hindernisse, die er mitgebracht habe – darum gehe für ihn, sagte etwa Ralf Odwald aus Bad Essen. Seit zwölf Jahren kommt er nach Wüsting. Wenige Schritte weiter präsentierte Marco Einroos mit Kollegen vom Maschinenvertrieb Martin (Rostrup) seine Geräte u.a. für Garten und Landschaftsbau. Immer mehr Menschen würden zum Beispiel ihre „Liebe zum Kleintraktor“ entdecken, freut er sich. Das gehe bei 18 PS los – nach oben quasi offen. Zu den potenziellen Kunden zählten nicht nur Profis, sondern normale Hauseigentümer.

Familien aus der Region dürften auch an diesem Wochenende das Geschehen in Wüsting prägen.


 Weitere Fotos unter     www.nwzonline.de/fotos-region 
 Veranstaltungs-Infos:     www.landtagenord.de 
Rüdiger zu Klampen
Redaktionsleitung
Wirtschaftsredaktion
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Klaus Derke
Hude
Redaktion Hude
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