WüSTING - Zu einem Vortrag zum Thema Alter hat jetzt der Landfrauenverein Wüsting in den Wüstenlander Hof eingeladen. Referentin war Johanna Venema, Diplompsychologin und Bäuerin aus Jemgum. Ihr Vortragsthema „Ganz schön alt werden oder ganz alt schön werden“ machte neugierig und stieß auf breites Interesse, rund 50 Frauen und eine Hand voll Männer waren der Einladung der Landfrauen gefolgt und lauschten gebannt den Ausführungen der Referentin.
Gedicht zum Auftakt
Johanna Venema begann ihren Vortrag mit einem Gedicht zum Schmunzeln und zum Nachdenken, ein Gedicht, in dem augenzwinkernd die ersten Anzeichen von Vergesslichkeit aufgeführt werden: „Der Name! Mensch, wie war der noch?“ Nach der humorvollen Einleitung überraschte sie ihre Zuhörer mit der direkten Frage: „Haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie alt Sie werden möchten?“
Umgang mit dem Alter
Tatsache ist, dass wir alle gerne alt werden möchten, so Venema, Tatsache sei auch, dass die Menschen heutzutage deutlich älter werden als noch vor 100 Jahren. Nur wie die Menschen mit ihrem Älterwerden umgehen, das sei sehr unterschiedlich. Venema, die Gesundheitspsychologie studiert hat, blickte auf „gesundes Altern“ nicht nur im engen medizinischen Sinne, sondern betrachtete auch die geistigen, seelischen und sozialen Aspekte des Altwerdens.
Wie gehen wir mit dem Alter um? Müssen wir Alter „wegmachen?“, fragte sie. Kann Alter auch schön sein? Venema wies immer wieder darauf hin, dass es wichtig sei und für jeden problemlos möglich, selber dazu beizutragen, das Alter gesund erleben zu können. Sie riet zu regelmäßiger körperlicher Bewegung. Geringere körperliche Fähigkeiten könne jeder für sich selbst kompensieren und optimieren. Auch sei im Alter zwar die Verschaltung langsamer, aber die geistigen Leistung seien dennoch nicht geringer.
„Innere Schönheit“
Diese „innere Schönheit“, so Venema, würde sich in dem alten Sprichwort „Man ist so alt wie man sich fühlt“ zeigen. Von „äußerer Schönheit“, wie sie in der „Anti-Aging-Kultur“ propagiert werde, hält Venema nicht viel und steht Anti-Falten-Cremes und Hormonpräparaten kritisch gegenüber „Hormone sind keine Lutschtabletten".
Der abwechslungsreiche Vortrag schloss mit einer kurzen Geschichte aus Südamerika in der ein alter, zahnloser Mann mit Falten und vielen Wunden es ablehnt sich mit Hilfe eines Zaubersteines verjüngen zu lassen: „Das sind die Zeichen meines Lebens, ich will mich nicht selbst verlieren.“
Nächster Vortrag
Der nächste Vortrag, den die Landfrauen Wüsting geplant haben, wird am 20. Oktober um 20 Uhr stattfinden. Das Thema ist dann „Richtiges Benehmen ist immer gutes Benehmen“. Dazu wird Referentin Margret Emke vom Landwirtschaftsamt sprechen. Nähere Informationen gibt Elke Stenzel unter 04484/501.
