WULFDIEK - 50 000 Kubikmeter Erde und Sand wurden bewegt, um die Zufahrten zu fünf neuen Windenergieanlagen südwestlich von Ellenserdammersiel zu schaffen. Doch jetzt ist der Wegebau so gut wie beendet, die Belastungen durch Lastwagenverkehr vor allem für die Steinhauser „sind nächste Woche vorbei“. Das erklärte Carsten Schurwanz, Vertreter des Bauherrn „Windfarm Hiddels II/Ellenserdamm GmbH“ am Donnerstag bei einer Besichtigung der Baustelle.
Betreiberfirma in Bockhorn
Die Betreiberfirma des neuen Windparks hat ihren Sitz in Bockhorn an der Urwaldstraße; damit sind Gewerbesteuer-Einnahmen für die Gemeinde gesichert, fügte Schurwanz hinzu. Das freute die Delegation der Bockhorner SPD mit ihrem Vorsitzenden Johann Helmerichs und dem stellvertretenden Bürgermeister Diedrich Loers an der Spitze, die zu der Besichtigung eingeladen hatte. Denn darüber hatte es immer Diskussionen gegeben.
Fünf Windkraftanlagen vom Typ Nordex N-90 eines deutschen Herstellers werden für das Generalunternehmen GES Deutschland im „Windpark Wulfdiek“ gebaut. Rund 17 Millionen Euro werden investiert, erklärte Schurwanz. „Es war ein steiniger Weg bis hierhin, viele Hürden mussten genommen werden“, doch der Ingenieur lobte ausdrücklich Rat und Verwaltung in Bockhorn und den Landkreis Friesland: „Da haben wir überall offene Türen gefunden.“
Jede Anlage hat eine Nennleistung von 2,5 Megawatt, der Park komplett 12,5 Megawatt. Schurwanz: „Wir rechnen mit 27 000 Megawattstunden Ertrag jährlich. Damit könnten 7800 Vier-Personen-Haushalte mit je 3500 Kilowattstunden versorgt werden.“ 23 Tonnen CO2 würden eingespart, soviel wie von 8500 Autos. Der Strom aus Wulfdiek wird aber in ein noch zu bauendes Umspannweg am Sandfurtsweg geleitet und dann in das Netz von EON eingespeist.
Jede Windanlage besteht aus einem 80 Meter hohen Turm und hat einen Rotordurchmesser von 90 Metern, also eine Gesamthöhe von 125 Metern. Zum Vergleich: Die bestehenden Anlagen in der Nachbarschaft in Hiddels sind 100 Meter hoch. Zurzeit werden die Fundamente für die Windenergieanalgen aus Beton und sehr viel Stahl gesetzt. Für jede Anlage wurden 34 Betonpfähle 14 Meter tief in den Boden gerammt. 50 Lastwagen-Ladungen Beton pro Anlage werden hineingegossen, das gibt noch mal Verkehr.
Riesiger Kran wird aufgebaut
Anfang Juli soll mit der Errichtung der Windenergieanlagen begonnen werden. Das wird spektakulär. Ein riesiger Kran wird aufgebaut, dessen Teile allein mit zwölf bis zwanzig Transportern herangeschafft werden. Dann kommen die Segmente der Mühlen, per Lastwagen mit Zuglängen bis zu 52 Metern: „Das wird eine Attraktion für die Bürger“, meinte Schurwanz. Die Zufahrt erfolgt nachts über die Autobahn.
Im Vorfeld wurden viele Gräben verrohrt, dafür wurde als Ersatz ein Feuchtbiotop angelegt. Wegen des Bunkers in der Nachbarschaft musste der Kampfmittelräumdienst anrücken, gefunden wurden aber nur Munitionsreste, keine Blindgänger. Zwei Jahre lang wurde die Tier- und Pflanzenwelt erfasst; stehen die Anlagen, beginnt ein zweijähriges Fledermaus-Monitoring, um die Flugbewegungen oben bei den Maschinenhäusern zu beobachten.
