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Windmühlenbau „Jetzt beginnt das Endspiel“

Kai Hippen

WULFDIEK - Am Mittwoch sollte es im Windpark Wulfdiek südlich von Ellenserdammersiel weitergehen mit dem Bau neuer Mühlen. Der 90 Meter hohe Kran stand auch bereit, um damit mehrere hundert Tonnen Material aufeinander zu stapeln. Doch, so die Laune der Natur, es ging nicht, weil zu viel Wind herrschte. „Ab neun Meter pro Sekunde wird es zu gefährlich“, berichtete der Projektleiter, Carsten Schurwanz, Vertreter des Bauherrn „Windfarm Hiddels II/Ellenserdammersiel“.

Für ihn geht der Bau des Windparks mit der Errichtung der fünf Mühlen vom Typ Nordex N-90 in die entscheidende Phase: „Jetzt beginnt das Endspiel. Das ist schon ein dramatisches Schauspiel.“ Nachts werden die Mühlen-Segmente über die Autobahn mit Spezialtransportern herangefahren. Dafür musste extra die Autobahn-Abfahrt Zetel umgebaut werden. Die Mühlen mit einer Gesamthöhe von 125 Metern wiegen einiges, der Turm 173 Tonnen, das Maschinenhaus 100 Tonnen, jeder Rotorflügel elf Tonnen: „Da ist das Fundament das A und O der ganzen Anlage“, erklärte Schurwanz. Für Jede wurden 34 Betonpfähle in den Boden gerammt, pro Mühle 50 Lastwagen-Ladungen Beton in die Baugruben gekippt. Die Kosten belaufen sich Schurwanz zufolge für den kompletten Windpark auf 17 Millionen Euro (die

NWZ

  berichtete). Jede Woche soll eine Mühle stehen, am 28. Juli soll alles fertig sein.

Aber dann fließt noch kein Strom, die Mühlen werden sich nicht drehen. Erst muss das Umspannwerk in der Nähe von Steinhausen fertiggebaut sein. Schurwanz: „Im September wollen wir die erste Kilowattstunde einspeisen.“

Dann soll irgendwann auch Geld nach Bockhorn fließen. Bürgermeister Ewald Spiekermann berichtete vom Kampf um Gewerbesteuern, den er selbst in Berliner Ministerien bestehen musste. Am Ende ist alles klar, die Betreiberfirma hat ihren Sitz in Bockhorn an der Urwaldstraße, 100 Prozent der Gewerbesteuern kommen der Kommune zugute. Jüngsten Spekulationen um weitere Windmühlen im Süden der Gemeinde (

NWZ

  vom 13. Juli) erteilte er eine klare Absage: „Wir haben eine Potentialstudie. Ich bin gegen eine Verspargelung, wir wollen uns auf die Windparks in Hiddels konzentrieren und im Süden der Gemeinde gar nicht erst anfangen.“ Sein Stellvertreter Andreas Meinen fügte hinzu. „Windkraft ist für uns ein wichtiges Standbein. Aber wir müssen auch über Energie-Effizienz und Einsparung reden. Im Herbst werden wir die Bevölkerung zu einem großen Energietag einladen, um dafür zu werben.“
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