Butteldorf - Eine angenehme Abkühlung der ganz besonderen Art wurde am Mittwoch den Mitgliedern des Seniorenkreises Altenhuntorf im Gemeindehaus in Butteldorf geboten. Es war der beeindruckende Vortrag von Charlotte Hecht über ihre Reise in die Antarktis, der am Nachmittag für Kurzweil sorgte und bei den rund 20 Zuhörern auf großes Interesse stieß.
Beim Anblick der wie Kunstwerke aus dem Südatlantik aufragenden Eisberge, der kalbenden Gletscher und der Tiere, die in dieser unwirtlichen Region am Ende der Welt leben, wünschte sich der eine oder andere auf die 86 Meter lange „Polar Star“, auf der Charlotte Hecht und rund 90 weitere Passagiere von Ushuaia an der Südspitze des südamerikanischen Kontinents aus durch den Beagle Kanal ins ewige Eis reiste. Innerhalb von drei Tagen legte der ehemalige Eisbrecher die 1200 Seemeilen in die Antarktis zurück. „Die Reise mit dem Schiff hat den Charakter einer Expedition“, sagte Charlotte Hecht (60), die ihre Reiseerlebnisse aus dem Jahr 2007 schilderte. Die Routen der Schiffe, die in die Regionen des Schelfeises führen, würden von einer neutralen Kommission festgelegt, ergänzte sie ihre gut verständlichen Ausführungen.
Die Fotos, die Charlotte Hecht zeigte, waren grandios. Gigantische Tafeleisberge, die in den unterschiedlichsten Blautönen schimmerten und an der „Polar Star“ vorbeizogen, dazu das glasklare Wasser, in dem sich Pinguine, Schwertwale, Seelöwen, Weddellrobben und auf einer Reihe hervorragend gelungener Aufnahmen ein Seeleopard tummelten, stellten die Wildnis und teilweise auch noch die Unberührtheit der Antarktis dar, wenngleich der Mensch seit Jahrzehnten auch hier Fuß gefasst hat und immer mehr Passagierdampfer den südlichsten Kontinent ansteuern. Famos auch die Aufnahmen von Albatrossen und Sturmvögeln, die die Hauswirtschaftsleiterin des Christophorus-Hauses in Brake an die Wand projizierte.
Charlotte Hechts Bericht faszinierte die Zuhörer. Konzentriert wurde ihren sachverständigen Ausführungen gelauscht, aber auch ihre privaten Eindrücke trugen dazu bei, dass die Frauen und Männer mehr über die Antarktis und deren bewegte Geschichte erfuhren.
Es gibt keinerlei Beweise für die Anwesenheit von Menschen in der Antarktis vor dem 19. Jahrhundert. Deren Entdeckung datiert auf das Jahr 1820. Waren es früher Walfänger, die im Eis lebten, so sind es heute meist Wissenschaftler, die in den verschiedensten Fachrichtungen forschen, so die Referentin. Auch Charlotte Hecht trug mit ihrem Vortrag zum besseren Verständnis dieses gefährdeten Ökosystems bei.
Die Referentin bereitet zurzeit einen Vortrag über ihre Reise von 2013 nach Indien vor. Sie dürfte damit gerne wiederkommen, waren sich alle Zuhörer einig und bedankten sich für den äußerst sehens- und hörenswerten Vortrag.
