Hooksiel - Die Zäune am Strand von Hooksiel sollen so schnell wie möglich abgebaut werden. Und spätestens bis Pfingsten sollen Parkautomaten auf den Parkplätzen aufgebaut sein. So lautet das Votum, das der Wangerländer Tourismus-Ausschuss am Dienstagabend abgegeben hat.
Die Entscheidung fiel mit vier zu drei Stimmen knapp aus – die rot-grüne Mehrheitsgruppe hatte sich gegen den Antrag von Alice Brandenburg-Bienek (CDU), die Entscheidung zu verschieben, durchgesetzt.
Wie berichtet, sollen die Zäune am Strand, die ohnehin in schlechtem Zustand sind, auf jeden Fall in diesem Jahr fallen. Laut Ute Draschba, Geschäftsführerin der Wangerland Touristik, würde die Erneuerung der Zäune rund 40 000 Euro kosten, das geplante Aufstellen von 13 solarbetriebenen Parkautomaten auf allen Strand-Parkplätzen kostet rund 60 000 Euro, Fördermittel sind beantragt.
Künftig Parkgebühr
Damit wird in diesem Jahr in Hooksiel erstmals keine Strandeintrittsgebühr am Kassenhäuschen mehr verlangt, sondern Tagesgäste müssen – wie in Schillig – Parkgebühr zahlen, wenn sie mit dem Auto zum Strand fahren. Im Gespräch sind Gebühren von bis zu 7,50 Euro für einen Tagesparkschein.
Wie sich in der Debatte herausstellte, sind allerdings noch viele Fragen offen: Noch keine Lösung gefunden wurde etwa für die Trennung von Strandparkplätzen der Wangerland Touristik und den privaten Parkplätzen – etwa des Restaurants „Brücke“, der Spielscheune Bullermeck und des Wasserskilifts. So befürchten Hans-Ott Vogt und Anja Freitag, Eigentümer des Wasserskilifts, dass ihr Parkplatz künftig vollgestellt sein wird mit Autos von Tagesgästen, die sich die Gebühr auf den Strandparkplätzen sparen wollen – und die damit den Gästen des Wasserskilifts die Parkplätze wegnehmen. „Wir werden dadurch massive Einbußen haben, die unsere Existenz bedrohen“, betonte Anja Freitag gegenüber dem Ausschuss.
Noch nicht geklärt ist außerdem, wie es dann künftig mit dem freien Strandeintritt für die Wangerländer aussieht. „Die Regelung würde dann durch die Parkgebühr ausgehebelt“, kritisierte Erwin Abels vom Seebadeverein Hooksiel.
Lösungen finden
Er bemängelte außerdem, dass der Zaun weg soll „nur weil Janto Just die Debatte angestoßen hat“. Wie berichtet, hatte Just von der Wählergruppe Bürger für Bürger, Mitglied des Schortenser Stadtrats und des Kreistags, im vergangenen Jahr als Motor der Initiative gegen Strandeintritt Aktionen organisiert. Er nahm auch als Zuhörer an der Ausschusssitzung teil. Die Initiative wolle abwarten, wie sich die Debatte entwickelt, sagte er: „Statt Strandgebühr Parkgebühr zu zahlen ist nicht das, was wir erreichen wollten.“
Ute Draschba sagte zu, dass die Wangerland Touristik mit den betroffenen Betrieben im Freizeitgelände noch Gespräche führen und nach Lösungen suchen wird. Angelika Prieß-Tiemann (SPD) versicherte, dass sicherlich Lösungen für alles gefunden werden könnten, wenn die Umsetzung der Parkplatzbewirtschaftung erst einmal in Angriff genommen sei.
