Hude - Zum 1. Februar 2014 steht Huder Vereinen eine große Umstellung ins Haus: Das neue SEPA-Verfahren wird angewandt. Für den Zahlungsverkehr werden dann nicht mehr die Kontonummer und die Bankleitzahl verwendet, sondern die IBAN (International Bank Account Number) und der BIC (Bank Identifier Code). Durch diese Veränderung wird das nationale Zahlungsverfahren nach EU-Vorgaben abgelöst.

„Vereine sollten so schnell wie möglich ihr Lastschriftverfahren umstellen“, so Hermann Brandt, Berater für den elektronischen Zahlungsverkehr bei der Volksbank Hude-Ganderkesee. Zunächst müssen die Vereine eine Gläubiger-ID beantragen, bevor sie die IBAN und den BIC ihrer Kunden einziehen können. Bei einigen Banken ist es ebenfalls möglich, bereits vorhandene Bankverbindungen mit der Zahlungssoftware umzuwandeln. Hermann Brandt rät Vereinen außerdem, dieses Verfahren vorab mit nur einer Lastschrift zu testen, damit bei späteren Überweisungen alles reibungslos abläuft.

Aber durch das SEPA-Verfahren ändert sich für die Vereine noch mehr: Der Auftrag einer SEPA-Lastschrift erlösche automatisch, wenn länger als drei Jahre keine Lastschrift eingezogen wurde“, so Hermann Brandt. Die Einzugsermächtigung muss dann gegebenenfalls erneuert werden.

Der TV Hude war schnell und hat bereits zum 1. Juli alles auf das SEPA-Verfahren umgestellt. Jedoch war dies nicht so einfach, wie es von den Banken angepriesen wurde: „Bei vielen Überweisungen gab es Fehlermeldungen in der Datei“, so Andrea Holder, Geschäftsführerin des TV Hude. Wenn solche Fehler auftreten, kann die Software häufig nicht genau angeben, woran es liegt, und somit beginnt das Rätselraten für den Verein. Momentan nutzt der TV Hude beide Lastschriftverfahren, um größere Schäden zu verhindern.

Man muss sich jedoch für ein Verfahren bei den einzelnen Lastschriften entscheiden. „Wenn einmal das SEPA-Verfahren für eine Überweisung gewählt worden ist, kann man das nicht mehr rückgängig machen“, sagt die Geschäftsführerin vom TV Hude. Somit musste vorige Woche eine Mitarbeiterin bei einer Sammelüberweisung 60 Lastschriften einzeln in die Zahlungssoftware eingeben und jede mit einer TAN-Nummer bestätigen. Andrea Holder ist verärgert: „Sowas kostet uns enorm viel Zeit, die wir eigentlich für wichtigere Dinge verwenden möchten.“

Diese Programmfehler werden für den TV Hude besonders zum 1. September problematisch. Dann sind bei rund 2500 Mitgliedern Beiträge fällig. „Aber diese Lastschriften werden wir definitiv mit dem alten Verfahren einziehen“, sagt die Geschäftsführerin entschlossen. „Das SEPA-Verfahren ist uns da einfach noch zu unsicher.“


Die Bank des TV Hude habe den Verein vertröstet und versichert, dass diese Probleme lediglich während der Übergangszeit auftreten sollten. Daher hofft Geschäftsführerin Andrea Holder, dass zum 1. Februar 2014 alles nach Plan läuft. In der Zwischenzeit müssen sich die TV Hude-Mitarbeiter anders behelfen und insbesondere in Geduld üben.

Anna-Lena Sachs
Anna-Lena Sachs Online-Redaktion (stv. Ltg.)