Berlin - Zehntausende von Schulabgängern haben im vergangenen Jahr keinen regulären Ausbildungsplatz gefunden. „Es gibt immer noch zu viele Bewerber, denen der Einstieg in die Ausbildung nicht unmittelbar gelingt“, heißt es im Berufsbildungsbericht 2014 der Bundesregierung, der am kommenden Dienstag vom Bundeskabinett beraten wird und unserer Berliner Redaktion vorliegt.

Bei den unversorgten Bewerbern habe die Bundesagentur für Arbeit im vergangenen Jahr einen Anstieg um 5400 auf 21 000 registriert. Das entspricht einer Zunahme um 34,5 Prozent. Die Zahl derer, die anstelle einer Lehrstelle ein Praktikum, eine Einstiegsqualifizierung sowie berufsvorbereitende Maßnahmen begonnen haben, stieg laut Kabinettsvorlage um 2200 auf 61 000 – eine Zunahme um 3,6 Prozent. Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge ging zurück. „2013 wurden weniger Ausbildungsverträge neu abgeschlossen als im Vorjahr“, heißt es in der Kabinettsvorlage des Bundesbildungsministeriums. Die Zahl der Neu-Verträge sei um 20 500 auf 530 700 gesunken.

Der sinkenden Zahl der neuen Ausbildungsverträge stehen zunehmende Schwierigkeiten der Betriebe gegenüber, alle angebotenen Ausbildungsplätze zu besetzen. Ein Indiz dafür sei der neue Höchststand bei den offiziell als unbesetzt gemeldeten Berufsausbildungsstellen: 2013 sind es laut Kabinettsvorlage 33 500 gewesen. Die Bundesregierung beobachtet grundlegende Veränderungen bei der beruflichen Ausbildung. „Die Gewichtung zwischen dem Hochschulbereich und der dualen Berufsausbildung verschiebt sich.“ Die Zahl der Studienanfänger sei im Jahr 2013 erstmals höher gewesen als die Zahl derer, die mit einer beruflichen Ausbildung begannen: 510 700 Studienanfängern standen 497 400 neue Auszubildende gegenüber.