Holzhausen - „Die haben ja eure Straße gemacht!“ Diesen Satz hört Glenn Mahlstedt aus Holzhausen in jüngster Zeit öfter, wenn Kundschaft auf seinen Spargelhof fährt. Vor Monaten klang das noch anders. Dann war zum Beispiel von Paketboten regelmäßig zu hören: „Puh, habt ihr eine schlechte Straße.“ Die Zeit der Schlaglöcher ist endlich vorbei. Im Sommer hat die Stadt Wildeshausen die Holzhauser Straße saniert. Zuvor hatten sich Stadt und Anlieger jahrelang über einen möglichen Straßenausbau gestritten.

„Ich bin beeindruckt, dass mit dem Geld solch ein gutes Ergebnis erzielt wurde“, sagt Mahlstedt. 95 000 Euro hat die Stadt investiert. Ein ordentlicher Ausbau der 3,4 Kilometer langen Strecke zwischen Ahlhorner Straße (K 213) und Visbeker Straße (L 873) sollte 2,4 Millionen Euro kosten. Das war schließlich auch der Stadt zu teuer, auch wenn die Anlieger einen Teil davon hätten zahlen müssen.

„Es ist eine deutliche Verbesserung zu vorher“, sagt auch Anlieger Lars Kosten. Nun bleibe abzuwarten, wie lange der Belag hält. Die Holzhauser Straße ist auf 7,5 Tonnen gewichtsbeschränkt und nur für land- und forstwirtschaftlichen Verkehr sowie Anlieger frei. „Jetzt ist deutlich weniger LKW-Verkehr auf der Holzhauser Straße als vor der Sanierung“, sagt Kosten, von Beruf Polizist und auch für Kontrollen zuständig.

Mahlstedt hat hingegen den Eindruck, dass wieder mehr Verkehr auf der Holzhauser Straße unterwegs ist. Dadurch, dass die Fahrbahn jetzt in einem besserem Zustand sei, führen die Laster und Autos auch schneller. Erlaubt sind 70 Stundenkilometer, in Holzhausen direkt 50. „Als die Straße kaputt war, galt Tempo 30. Das habe ich als angenehmer empfunden“, so Mahlstedt, „auch für die Kinder, die zur Bushaltestelle müssen“.

Anwohner Hergen Stolle hält den Zustand der „neuen“ Holzhauser Straße für akzeptabel. Weil diese Form des Ausbaus aber schon einmal diskutiert worden sei, habe ihn die jahrelange Diskussion gestört. Er hofft, dass die Straße nun einige Jahre halten wird. Dann könne sie ja noch einmal auf die gleiche Weise saniert werden. Stolle: „Das ist die günstigste Lösung.“

Die Gemeinde Dötlingen habe mit dieser Form der Straßensanierung gute Erfahrung gemacht, berichtet deren Bauamtleiter Uwe Kläner. „Wir bearbeiten fünf Straßen pro Jahr auf diese Art und Weise.“ (siehe Infokasten) Als Beispiele nannte er den Heideweg und den Stedinger Weg. Der Geest-Untergrund sei geeignet, dass eine Straße zehn bis 15 Jahre hält, bei viel PKW- und LKW-Verkehr sieben bis zehn Jahre.

Christoph Koopmeiners Redaktion Cloppenburg