ZETEL - Marktschreier und Viehhändler buhlten um Kundschaft. Tausende Marktbesucher drängten sich auf dem Festgelände.

Von Janina Meyer

ZETEL - „Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei.“ „Wurst-Herby“ gibt alles, schmettert aus voller Kehle „sein“ Lied, in der Hoffnung mit seinen Sangesdarbietungen Käufer anzulocken. Doch noch trauen sich die Leute, nicht an den Wagen des Marktschreiers, huschen schnell vorbei an Herby und seinen Köstlichkeiten. Es ist wohl noch früh, die Leute sind noch nicht richtig wach. „Hier, willste mal ‘ne Scheibe probieren“, ruft Herby jetzt einem vorbeischlendernden Mann zu. Und siehe da, der Trick funktioniert. Der Mann greift zum Köder und sofort bildet sich eine kleine Menschentraube um den Wagen des Oldenburger Wurstverkäufers – einer von vielen Händlern, die gestern, am letzten Tag des Zeteler Marktes, ihre Waren anboten.

Mit dabei ist auch der „Ostfriesische Kuchenbaron“, der einen Stand weiter um Kundschaft buhlt. Seit 25 Jahren verteilt er auf dem Zeteler Markt leckere „Care-Pakete“ voll Kekse und Gebäck an die Besucher. „Der Wahnsinn tobt in Zetel“, brüllt der Ostriese in die Menge und stopft eine Leckerei nach der anderen in die Tüten, die ihm sofort von gierigen Händen abgenommen werden. Derbe Sprüche und deftige Zoten gibt‘s gratis dazu. Und das Konzept scheint aufzugehen, langsam tauen die Marktbesucher auf, reißen sich um die Waren von Herby und Co. Dicht an dicht drängen sich die Menschen nun zwischen den

Verkaufsständen, begutachten das reichhaltige Angebot von Speisen, Lederwaren, Haushaltsgeräten, Schmuck, und vielem mehr. Auch einpaar Meter weiter auf dem Viehmarkt ist jetzt fast kein Durchkommen mehr. Geduldig lassen sich hier die Vierbeiner tätscheln. Besonders den Kindern haben es die vielen Pferde, Ponys und Ziegen angetan, die hier mit ihren Händlern auf potentielle Käufer warten. „Der schwarze Hengst da drüben, der gefällt mit sehr gut“, strahlt die

kleine Lena. „Aber Mama erlaubt, mir einfach nicht, ein Pferd zu haben“, fügt die Siebenjährige betrübt hinzu. Etwas mehr Glück hat da schon Sven Pfleumer, der per Handschlag mit Marktbeschicker Hinrich Buhr sein Geschäft beschließt. Auch Gerd Coners von


„Fannys Kutschfahrten“, wartet mit seinen Ponys Lissy und Lilly auf Interessenten – schweren Herzens zwar, wie er zugibt, denn der Abschied fällt nicht leicht – aber dennoch guter Laune. „Ich bin zum ersten Mal als Verkäufer dabei und ich bin begeistert. Die Atmosphäre hier ist toll“, schwärmt der Zeteler. Auch die Besucher, die sich durch das Gedränge von Mensch und Pferd schieben, loben die gute Stimmung auf dem Marktgelände. „Voll genial“, lautet zum Beispiel das Urteil von Alex Carstens. Der Jugendliche freut sich, wie sicherlich die restlichen Marktbesucher auch, besonders über das gute Wetter. Auch Nicole Gerdes ist begeistert: „Ich gehe jedes Jahr am Mittwoch zum Markt, dafür habe ich mir extra Urlaub genommen“, erzählt sie. Besonders die Marktschreier hätten es ihr angetan. Und die haben jetzt immer mehr zu tun. Gegen Mittag werden die Straßen noch voller, immer langsamer geht es nun vorbei an Schießständen, Kinderkarussell Pommesbuden Fischwagen und anderen Geschäften.

Auch die Bierzelte füllen sich jetzt zunehmend. In Flessners Festhalle wird bereits getanzt, wirbeln die Feiernden über das Parkett. Und die Party ist noch lange nicht vorbei. „Ich bleibe hier bis der letzte Bus fährt“, sagt eine Besucherin.