ZETEL - „Wir wollen den privaten Baumbesitzern gerne mit Rat und Tat zur Seite stehen.“ Das hat Zetels Bürgermeister Heiner Lauxtermann am Montag im Pressegespräch im Rathaus betont. Doch „guter Rat ist nicht so einfach“, erläuterte er. „Wir in der Gemeindeverwaltung sind nicht entsprechend ausgebildet und können das nicht leisten.“ Froh zeigte er sich daher über die Unterstützung von Berndt Kriebitzsch, ehemaliger Leiter des Forstamts Neuenburg. „Als Baumsachverständiger wird er ehrenamtlich die Aufgaben für uns übernehmen“, teilte Lauxtermann mit.
„Gute Zusammenarbeit“
Berndt Kriebitzsch hat nach eigenen Angaben „sofort ja gesagt“, als er für das Ehrenamt angesprochen wurde. Nahezu 25 Jahre lang war er Leiter des Forstamts Neuenburg, seit fünf Jahren ist er Pensionär. „Ich freue mich, diesbezüglich zu tun zu haben und der Gemeinde helfen zu können“, sagte er. „Ich wohne hier in Neuenburg. So setzt sich die gute Zusammenarbeit fort.“
Ansprechpartner ist Kriebitzsch ab sofort für die Bürger, deren Bäume im Baumkataster für die Gemeinde Zetel des Diplom-Biologen Dr. Tim Rosskamp aufgenommen worden sind. Sie können sich bei Fragen zum Zustand ihrer Bäume fachlichen Rat bei ihm einholen. Den Kontakt vermittelt Detlef Kant von der Gemeinde Zetel, zu erreichen unter Telefon 04453/93 52 15.
„In erster Linie geht es ums Rat geben“, betonte Lauxtermann. Kriebitzsch kann Bäume in Augenschein nehmen und Schäden erkennen, beispielsweise ob der Baum Baumpilz aufweist oder ob Wurzeln abgestorben sind. „Das geht in der Vegetationszeit besser“, erklärte Kriebitzsch, sei aber auch außerhalb der Zeit möglich. Spezielle Gerätschaften benötigt er zunächst nicht. In kniffligen Fällen müssten entsprechende Firmen hinzugezogen werden. „Ein Baumdoktor bin ich nicht“, betonte Kriebitzsch. Doch lasse sich oft schon mit geschultem Auge etwas über den Zustand eines Baumes erfahren. „In den Baum reinschauen können wir nicht“, sagte Kriebitzsch.
Nach Angaben von Lauxtermann wurde im Haushaltsentwurf der Gemeinde bereits ein kleiner Fond für das Ehrenamt als Baumsachverständiger aufgelegt. Die Gemeinde sieht darin die Möglichkeit, die Bäume in den Ortschaften zu schützen, ohne gleich eine Baumschutzsatzung aufzustellen. Vielmehr können sich die Bürger freiwillig vor umfangreichen Arbeiten an ihren Bäumen oder sogar deren Beseitigung fachlichen Rat über den neuen ehrenamtlichen Baumsachverständigen der Gemeinde einholen.
