ZETEL - Altenpfleger ist ein Beruf mit Zukunft in unserer älter werdenden Gesellschaft. Der Mangel an Altenpflegern kann jedoch nur behoben werden, wenn die Bezahlung und die Karrieremöglichkeiten verbessert werden. Deshalb muss die Wertschätzung und der Stellenwert der Pflegeberufe, auch gegenüber Ärzten, verbessert werden. Pflege sollte wissenschaftlich begleitet werden. Diese Ansicht hat Brigitte Pothmer aus Hildesheim, die Spitzenkandidatin der niedersächsischen Grünen für die Bundestagswahl, bei einem Besuch im Sankt-Martins-Seniorenheim in Zetel vertreten. Zusammen mit dem Grünen-Bundestagskandidaten für Friesland/Wilhelmshaven, Peter Sokolowski, sowie weiteren Kommunalpolitikern der Partei sprach Pothmer am Dienstagnachmittag mit Heimleiterin Maria Bockhorn-Wimberg und Rolf Dietrich (Vorstandsmitglied des Diakonischen Werkes Zetel) über die Struktur des Altenheims und über das Thema Pflege.
Pothmer sieht in der Pflege in den nächsten Jahren noch erheblich mehr Bedarf. Die Zahl der chronisch kranken Menschen und der Demenzpatienten nehme zu. Deshalb müsse die ambulante Pflege noch ausgebaut und der Übergang zur stationären Pflege fließender werden.
Für die Bundestagsabgeordnete ist klar, dass in Deutschland nicht nur die Krankenversicherung, sondern auch die Pflegeversicherung in einer Bürgerversicherung neu strukturiert werden muss. Sie möchte, dass gesetzlich und privat versicherte Bürger in einen Gesundheitstopf einzahlen. „Ich will eine solidarische Lösung in der Gesellschaft“, sagte sie. Grundsätzlich müssten die Pflegesätze angehoben werden, um die bevorstehenden Aufgaben finanzieren zu können.
Peter Sokolowski sprach vom Recht auf ein würdiges Leben im Alter. „Das muss uns etwas wert sein. Deshalb ist ein steuerfinanziertes Pflegemodell wichtig.“
Heimleiterin Bockhorst-Wimberg kritisierte in dem Zusammenhang die ungleichen Pflegesätzen zwischen den Bundesländern. So seien die Pflegesätze in Nordrhein-Westfalen um ein Drittel höher als in Niedersachsen.
Sankt-Martins-Heim
