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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Zeuge: Banker träumte von Formel-1-Karriere

28.05.2014

München Ein Mitarbeiter der BayernLB hat den Verteidigern von Formel-1-Boss Bernie Ecclestone mit einer Äußerung vor dem Landgericht München in die Hände gespielt. Im Bestechungsprozess gegen den 83-jährigen Ecclestone schilderte der Bankangestellte am Dienstag als Zeuge, dass der ehemalige Landesbankvorstand Gerhard Gribkowsky es manchmal mit der Wahrheit nicht so genau genommen habe.

Wörtlich sprach er vom „Bereich der Fabelwelt“, in den er manche Aussagen seines Chefs eingeordnet habe. Ecclestones Verteidiger griff den Begriff wenig später in einem Dialog mit dem Staatsanwalt auf. Er wirft Gribkowsky Lügen vor, weil es keine Bestechung gegeben habe.

Der Zeuge war früher Mitarbeiter im Formel-1-Team der BayernLB und hat dort eng mit Gribkowsky zusammengearbeitet, der die Mehrheitsbeteiligung der Landesbank verkaufen sollte. In der heißen Phase des Verkaufs habe Gribkowsky weitgehend im Alleingang gehandelt, sagte der Mitarbeiter. Er erzählte den Richtern von einem Abendessen, bei dem Gribkowsky mit seinem engen Verhältnis zu Ecclestone geprotzt habe. „Er hat schwadroniert, dass er sich mit Bernie wahnsinnig gut verstünde.“

Wörtlich soll Gribkowsky bei dem Dinner gesagt haben: „Ich habe fast das Gefühl, er sieht mich als Ziehsohn und will mich als Nachfolger aufbauen für die Formel 1.“ Daraus ist aber nichts geworden: Gribkowsky sitzt seit Jahren im Gefängnis, weil er beim Verkauf der Formel-1-Mehrheit 44 Millionen Dollar von Ecclestone angenommen und nicht versteuert hat.

Ob es sich bei dem Geld um Bestechungsgeld handelte, wollen die Richter im Prozess gegen Ecclestone klären, der seit gut einem Monat läuft. Laut Anklage soll der Formel-1-Macher das Geld gezahlt haben, um Einfluss auf die Auswahl des Käufers der Rennserie zu nehmen und damit seine Macht zu sichern.

Ecclestone hat den Vorwurf der Bestechung zurückgewiesen und von einer Bedrohung durch Gribkowsky gesprochen. Er verfolgte die Schilderungen des Zeugen über Gribkowskys Träume von einer Karriere als Mr. Formel 1 sichtlich amüsiert.

Der Landesbank-Mitarbeiter hat Gribkowsky aber nicht immer ganz ernst genommen: „Herr Dr. Gribkowsky hatte manchmal so Tage, wo er solche Dinge erzählt hat. Das waren dann so Tage, wo ich abgeschaltet habe.“ Nach der Ziehsohn-Geschichte habe er sich sogar für seinen Chef geschämt. „Es gibt ja den Begriff des Fremdschämens.“

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