Falkenburg - Falkenburgs Schützenhaus zeigte sich am Sonnabend von einer eher unbekannten Seite. Mal war es Arztpraxis, mal Knast, mal Bank, mal duellierten sich hier verschmähte Verliebte. Insider kennen den Grund: Die Theatergruppe Falkenburg bat auf die „HaFa-Plattform“, und die ist fürs Plattdeutsche reserviert. Für die rund 100 Gäste sollte es ein anstrengender Abend werden – anstrengend für die Lachmuskulatur.

Den Anfang machte der plattdeutsche Nachwuchs. 13 Kinder und Jugendliche hatten Sketche einstudiert oder trugen Geschichten vor. Köstlich etwa die beiden gelangweilten Strafgefangenen (Jan Timmermann und Jacob Meyer), die ihre Zelle in einen Kaufmannsladen verwandeln, um Pommes in Flaschen zu verhökern. Witzig auch Till Dobes Geschichte um die beiden strunkeligen Jäger, die das „Revier wildrein sabbeln“.

In das Programm eingestreut hatte die Theatergruppe mehrere Interviews. So löcherte eine schlagfertige Angela Hillen den Falkenburger Eike Westermann nach dessen Erfahrungen als Umzugshelfer in Australien oder bei der Begegnung mit Kängurus („Büdel-Hoppern“). Hans Günther erzählte vom Einsatz als Lesepate, Horst-Dieter Meyer (beim NDR Abteilungsleiter Sendertechnik) informierte über den Neubau des Fernsehturms Steinkimmen.

Dazwischen drehte die Theatergruppe auf. Da gluckste manch einer laut vor Vergnügen, als Angela Hillen als resolute Ehefrau ihren unter Kuratel stehenden Mann dem Doktor vorstellte: „Sein Stuhlgang gefällt mir überhaupt nicht.“ Oder als zwei Nebenbuhler (Gerwin Meyer und Ralf Meyer) ein Platzpatronen-Duell inszenierten, um herauszufinden, wem die Angebetete (Sigi Schierenbeck) eher zugetan sei. Kaum lagen sie am Boden, wusste sie es – ein dritter Liebhaber (Ewald Marks) hüpfte auf die Bühne und in die Arme der vermeintlichen Witwe.

Nach der Pause war dann das Publikum gefordert, eigene Beiträge beizusteuern. Einzige Bedingung auch hier: Auf Platt sollte es sein.