Wardenburg/Sandkrug - Die gute Nachricht vorweg: Im Sommer und in der Gemeinschaft einer harmonierenden Gruppe kann ein Spaziergang durch die Hunteniederung wirklich schön sein. Nicht zuletzt, wenn dabei eine Pause zum Zubereiten und Verzehr von Grillgut genutzt wird. So haben Wardenburger Kommunalpolitiker während eines Praxistests des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) zweifellos das Beste aus der Situation gemacht.

Ansonsten dürfte der Vorschlag, den der offizielle Fahrplan (gedruckt bzw. im Internet) zum Reisen von Oldenburg nach Wardenburg für die Zeit zwischen 18.46 und 20.15 Uhr macht, kaum Anhänger finden: Mit dem VWG-Bus 315 zur Haltestelle Am Tempelweg in Sandkrug und dann 2,5 km auf Schusters Rappen und ohne ausreichende Hinweisschilder weiter nach Wardenburg. Dies sei insbesondere für Berufspendler eine ärgerliche Versorgungslücke, heißt es in einer Stellungnahme der FDP, die ihre Kollegen zum Praxistest eingeladen hatte. Von der morgens und tagsüber recht guten Busverbindung hätten die Menschen, die abends stehen gelassen würden, leider nichts, kritisiert FDP-Ratsherr Frank Freese. „Wir fordern den sofortigen Einsatz eines Regelbusses, der die bestehende Lücke sinnvoll schließt.“

Die Weser-Ems-Bus (WEB) hat, das bestätigt der für den Landkreis zuständige Verkehrsplaner Jens-Uwe Carstens, für die bestehende „Taktlücke“ in 2011 einen mehrmonatigen Testlauf auf Initiative der Gemeinde gestartet. Allerdings sei dieses Angebot (Sammelbus vom Vogelbusch zum Marktplatz) nicht verlängert worden. Die Nachfrage war nach NWZ -Informationen eher schwach und hätte die Gemeinde jährlich 5000 Euro gekostet. Da die VBN-Fahrpläne jährlich etwa zweimal gedruckt werden, hatte es die Verbindung nicht in die Übersicht geschafft – keine gute Voraussetzung, um bekannt zu werden. „Viele Oldenburger Geschäfte, in denen Berufspendler arbeiten, schließen um 19 Uhr. Wir haben festgestellt, dass die Busse nach Hatterwüsting und Tweelbäke voll waren“, berichtet Kora Heißenberg. „Warum nur nach Wardenburg kein Bedarf sein soll, bleibt das Geheimnis der WEB.“

Werner Fademrecht
Werner Fademrecht Redaktion Hatten