Warfleth - Der Bücherflohmarkt des Gansper Büchereiteams vor der Warflether Kirche kam bei den vorbeiradelnden Ausflüglern bestens an. Dankbar waren die Organisatorinnen für die vielen gespendeten Bücher, die den größten Teil des Angebots ausmachten.
Aber die sieben Frauen hatten mehr zu bieten als gut erhaltene Bücher oder Magazine, die gegen eine Spende abgegeben wurden. Neben Bänken, Kaffee, Kuchen und einer Toilette gab es von der Stedinger Gästeführerin Anke Bakenhus, die genau wie Sigrid Rzeppa, Ursel Stork, Silke Lange, Marlies Stiebling und die beiden Büchereileiterinnen Annette Kloose und Gabriele Padding zum Team gehört, spannende Geschichten über das Gotteshaus.
Weitaus älter als man denkt, sei die Urform der St.-Marien-Kirche, die offiziell erstmals 1371 erwähnt und nach einer verheerenden Flut 1420 neu aufgebaut wurde. Hier fand sich ein Massengrab der Altenescher Schlacht, in dem Stedinger Bauern und Kreuzritter gemeinsam bestattet wurden.
Anke Bakenhus berichtete von dem Schiff, das bei einem Sturm aus dem Ruder lief und mitten im Gottesdienst bis vor die Kanzel fuhr, die damals noch an der Nordseite war und auf der der Pastor gerade predigte. Sie erwähnte Seeräuber „Graf Gerd der Mutige“, der mit Irrfeuern Schiffe zum Stranden brachte oder von Schmugglern, die im damaligen Gasthaus neben der Kirche die Zöllner betrunken machten, um dann Tabak über den Deich an Land zu bringen.
Anke Bakenhus berichtete außerdem über eine Zigarrenfabrik und nicht zuletzt über den Einfluss der Dänen, die das Gebiet rund 100 Jahre beherrschten.
