Spohle - Zu wenige homöopathische Mittel für die Anwendung bei Lebensmittel liefernden Tieren wie Rindern sind bislang vom Gesetzgeber zugelassen, sagt Heino Martens, Fachberater Tierproduktion bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Martens machte im Vorfeld des 2. Naturheilkunde-Forums für Rindviehhalter am Donnerstagabend im Spohler Krug deutlich, dass bei vielen Milchbauern mittlerweile ein Bewusstseinswandel bezüglich der Anwendung solcher Mittel stattfinde.
Die Kammer biete seit Jahren Grund- und Aufbaukurse für Landwirte an, in denen sich gerade Milchbauern über die Anwendung von Naturheilmitteln im Stall schlau machen könnten: von Homöopathie bis Akupunktur – und stets als Ergänzung zur Schulmedizin. Bis zum Sommer 2014 seien diese Kurse auch vom Land gefördert worden – mit 60 Prozent der Kursusgebühren. Martens hofft dass eine Nachfolgeförderung ab Herbst 2015 in trockenen Tüchern ist.
Gut 250 interessierte Landwirte waren am Donnerstagabend nach Spohle gekommen, um mehr über „Effektive Mikroorganismen“ (EM) zu erfahren. Diese können die Darmflora auch der Milchkühe positiv beeinflussen und helfen, dass Kühe ihre Nahrung besser verdauen. Landwirt Eike Krause aus Wittenriede (Gemeinde Edewecht) gab dazu einen Praxisbericht: Er hat 130 Milchkühe und nutzt homöopathische Mittel seit zehn und EM seit fünf Jahren. Er gibt EM der Silage bei. „Die Gülle düngt besser, die Nährstoffe werden besser von Pflanzen und Boden aufgenommen – und sie stinkt nicht so intensiv. Zudem spare ich Unmengen an Dünger“, erklärte Krause im Vorfeld der Veranstaltung und machte deutlich: „Die Tiere sind fitter.“ „Soviel Naturheilkunde wie möglich, so wenig Schulmedizin wie nötig“, fasste er seine Vorgehensweise zusammen. Auch Krause machte mittlerweile einen Bewusstseinswandel bei den Landwirten aus und appellierte wie Martens an den Gesetzgeber, dafür zu sorgen, dass mehr homöopathische Mittel für die Anwendung bei Lebensmittel liefernden Tieren zugelassen werden.
Die Wirkungsweise von Mikroorganismen und den Einsatz im Milchviehbetrieb erläuterte Reinhard Mau, Landwirt und Mikrobiologe bei einer Herstellerfirma. Die Landwirtschaftskammer denke derzeit darüber nach, möglicherweise eine Praxiserhebung über die Anwendung homöopathischer Mittel in mehreren Betrieben zu starten und die Ergebnisse zu dokumentieren, erklärte Heino Martens abschließend.
