Cäciliengroden - Wie geht es weiter mit dem Rassekaninchenzuchtverein I 74 Cäciliengroden? Diese Frage wurde bei der 75. Ortsschau des Vereins am Wochenende immer wieder aufgeworfen. Das Jubiläum war einerseits Grund zur Freude, andererseits aber auch Grund für einen sorgenvollen Blick in die Zukunft.

Zur letzten Ausstellung unter Regie des Vorsitzenden Lothar Schütte holte der auch noch einmal den Meistertitel. Den Jugendtitel holte sich Enkelin Nadine Moersbaecher. Gesamtsieger der Schau wurde Petra Moersbaecher, den besten Altrammler zeigte Lorenz Moersbaecher.

Gleich zur Begrüßung erklärte Lothar Schütte, diese Ortsschau werde die letzte sein, die er organisiere. Unterstützung hatte er diesmal von seinem Enkel Mathias Janssen. Zur Jahreshauptversammlung, die für März angesetzt ist, will der 77-Jährige auch den Vorsitz abgeben. Mit einer kurzen Unterbrechung war Schütte dann 33 Jahre lang Vorsitzender. Einen Nachfolger hat er bisher weder für die Organisation der Schau noch für den Vorsitz gefunden.

Etliche Besucher der Schau wollten Schütte überreden, seine Tätigkeit fortzusetzen. Doch sein Entschluss stehe fest, betonte er. Alexandra Schlalos, Vorsitzende der Siedlergemeinschaft, bot Unterstützung an. Sie sei mit den Kaninchenschauen aufgewachsen, die Tradition dürfe nicht sterben, erklärte sie.

Auch Stefan Budde vom Kreisverband sagte, ohne Cäciliengroden sei der Verband ärmer. Sande sei mit mehreren Vereinen einmal die Hochburg der Kaninchenzüchter gewesen, berichtete Günter Remmers vom Kreisverband.


Der Verein I 74 wurde im August 1940 von elf Züchtern gegründet. Damals im Krieg waren die Bürger zur Kleintierzucht verpflichtet, ihnen wurde ein Areal am Deich zugewiesen, auf dem sie Gras mähen durften. Als Ausgleich musste die Wolle abgegeben werden und eines von fünf Fleisch-Kaninchen ebenso.

Die Zahl der Züchter wuchs damals rasch auf 95, wusste Günter Remmers zu berichten.

Minister Olaf Lies, der die Schirmherrschaft übernommen hatte, betonte, dass die Kleintierzucht Kulturgut sei, das nicht sterben dürfe. Sandes Bürgermeister Stephan Eiklenborg lobte vor allem das große Engagement, das sich in der gelungenen Ausstellung zeige.