Bösel - Die flauschigen weißen oder dunklen Lämmer schmiegen sich ganz dich an ihre Mütter, sie haben erst vor wenigen Tagen das Licht der Welt erblickt, berichtet Dirk Preut, der an der Overlaher Straße gemeinsam mit seinem Vater Meinhard die Schafe züchtet und auch über die eigene Hofschlachterei vermarktet.

212 Muttertiere habe er in seiner Herde, berichtet Preut. Im Schnitt bekomme jedes Schaf 1,3 Lämmer pro Jahr. „In diesem Jahr läuft es bislang sehr gut“, sagt der Schlachter. So langsam steigen die Geburten an – passend zum Osterfest. Dirk und Meinhard Preut schieben in diesen Tagen Doppelschichten, um bei den Tieren sein zu können. „In den meisten Fällen läuft alles rund“, berichtet Dirk Preut, „aber einige Auen sind dabei, die nicht so kräftig sind.“ Hier müsste schon mal nachgeholfen werden.

„In diesem Jahr sind die Auen wesentlich vitaler als im vergangenen Jahr“, sagt Preut, der auch einige Wochenmärkte im Ammerland beschickt. Damals seien rund 40 Prozent der Lämmchen am Schmallenberg-Virus verendet. „Ein Anblick, der uns wirklich mitgenommen hat“, so Preut.

In seinem Besitz laufen ausschließlich Böcke der Rassen Suffolk und Weißkopf, Texel und Swifter. Im Stall flitzen auch einige Heidschnucken herum. Denen würde nachgesagt, schnell zu verfetten – nicht bei ihm. Sie weiden im Moor bei Altenoythe und in Esterwegen – das richtige und vor allem die richtige Menge an Futter gebe es dort.

Sobald das Wetter mitspielt und die Vegetation der Herde genügend Futter anbietet, kommen die Tiere auf ihre Weiden. Bis zum 22. Dezember seien sie im vergangenen Jahr draußen gewesen. Dann setzten Frost und Schnee ein, und Dirk Preut holte sie in den Stall zurück.


Die Osterzeit sei genauso wie die Weihnachtszeit eine der Hochzeiten für Lammfleisch, berichtet Preut. Im Schnitt bringen seine Tiere 17 bis 20 Kilogramm Schlachtgewicht auf die Waage. Älter als acht Monate werden die Lämmer bei Preut nicht. „Danach entwickeln die Tiere den typischen Schafgeschmack, den viele nicht mögen.“ Geschmacklich liege zwischen den Rassen kein großer Unterschied, nur die Lüneburger Heidschnucken seien erst spät schlachtreif, dadurch würden sie schon stark nach Schaf schmecken. Für die frischen flauschigen Lämmchen gibt es noch eine Gnadenfrist.

Reiner Kramer
Reiner Kramer Redaktion Münsterland (Stv. Leitung Cloppenburg/Friesoythe)