Nordenham/Schweewarden - Seit Ende Juli liegt das Ergebnis des Raumordnungsverfahrens vor. Der Landkreis hat über den am besten geeigneten Standort für eine neue Deponie der Nordenhamer Zinkhütte entschieden. Die Entscheidung ist zugunsten der Fläche in direktem südlichen Anschluss an die vorhandene Deponie in Galing bei Schweewarden gefallen. Wie wichtig ist das und wie geht es weiter mit den Planungen?
„Entschieden ist über den Standort. Das ist ein Teilerfolg. Entschieden ist aber noch nicht, ob wir die neue Deponie dort bauen dürfen. Das wird sich im bald folgenden Planfeststellungsverfahren erweisen“, sagt Zinkhütte-Geschäftsführer Carl van Dyken auf Nachfrage der NWZ .
Ebenso wie Dr. Günter Halle (Leiter der Abteilung Arbeits- und Umweltschutz) lässt der Geschäftsführer keinen Zweifel daran, dass die Zinkhütte ohne neue Deponie künftig nicht lebensfähig sein wird. In der Zinkproduktion fallen eisenhaltige Rückstände (Jarofix) an, die fachgerecht entsorgt werden müssen. Jährlich sind es etwa 100 000 Kubikmeter Jarofix. Die Kapazität der vorhandenen Deponie in Galing reicht nur noch bis Mitte 2018.
Ende November will die Zinkhütte beim Gewerbeaufsichtsamt in Oldenburg die Antragsunterlagen für eine neue Deponie in direkter Nachbarschaft einreichen. Die Zinkhütte hofft auf einen Planfeststellungsbeschluss Ende 2016. Mitte 2018 soll der erste von geplanten vier Abschnitten der neuen Deponie zur Verfügung stehen. Jeweils alle fünf bis acht Jahre soll ein Abschnitt hinzu kommen. Die Kapazität soll für 25 Jahre Zinkhütte-Betrieb ausreichen.
„Wir sind auf einem gutem Weg“, sagt Geschäftsführer Carl van Dyken. „Wir wollen die gesetzlichen Vorgaben nicht nur einhalten, sondern mehr tun für die Akzeptanz in der Bevölkerung und so den Standort sichern.“
Dafür stehe Günter Halle in ständigem Dialog mit Anliegern und Bürgern in Schweewarden und mit Behörden. „Wir sind als sehr gewissenhafter Partner bekannt“, fügt der Geschäftsführer hinzu.
Wie berichtet, hatten bei einer Informationsveranstaltung im Juli vergangenen Jahres in Schweewarden Bürger vor allem Belästigungen durch Lastwagen beklagt, die mit überhöhter Geschwindigkeit durch ihr Dorf zur Deponie und zurück fahren.
Die Zinkhütte hat umgehend vielfältige Konsequenzen gezogen. Unter anderem sind zwei Geschwindigkeitsanzeigen installiert worden. Um störende Geräusche von Stahlplatten zu vermeiden, sind auf der Deponie Asphaltstraßen gebaut worden.
Bereits in diesem Herbst wird die Zinkhütte einen Grüngürtel aus Bäumen am südlichen Rand der geplanten neuen Deponie pflanzen – als Sichtschutz für die Bewohner von Schweewarden.
Zurzeit laufen eingehende Untersuchungen und Gespräche mit Fachbehörden mit dem Ziel, Störungen durch die neue Deponie weitgehend auszuschließen.
Ende September soll in einem sogenannten Scoping-Termin der detaillierte Untersuchungsumfang geklärt werden.
