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Zukunftstag Forschen, Fragen und Fingerabdrücke

WILDESHAUSEN - Von A wie Arztpraxis bis Z wie Zeitung: Beim Zukunftstag in Wildeshausen nutzten am Donnerstag hunderte Jugendliche die Gelegenheit, diverse Berufe kennenzulernen. Die

NWZ

  hat einige Stationen besucht.

„Was machen Sie als Chef so den ganzen Tag?“, „Arbeiten Sie auch an den Feiertagen?“ oder „Gab es schon einmal einen Überfall auf die Bank?“ – Mit Fragen wie diesen „löcherten“ die 18 Jugendlichen beim Zukunftstag der Volksbank Wildeshauser Geest eG Vorstand Frank Ostertag. Der „Chef“ stand gern Rede und Antwort und berichtete, dass das Kreditinstitut mit seinen 8000 Mitgliedern vor allem den Kunden in der Region verpflichtet sei. Einen Chauffeur habe er nicht, so der Bankmanager.

Wie Straftäter behandelt

Betreut wurden die Jugendlichen von Anja Marowsky und Katharina Pörtner. Nach einem Frühstück mit Croissants und Säften unternahm die Gruppe eine Rallye durchs Haus. Dabei galt es, Fragen wie „Wie viele Parkplätze hat unsere Tiefgarage?“ oder „Wie werden in der Volksbank 1-Euro-Stücke verpackt?“ zu beantworten. In Begleitung von Inge Wolter war auch ein Blick in den Tresorraum möglich.

„Wie ermittelt und stellt die Polizei Straftäter?“ Das war die Frage, mit der sich 40 andere Schüler befassten. Sie lernten zuerst in der Wildeshauser Polizeiwache an der Heem­straße unterschiedliche Methoden zur Geschwindigkeitsmessung kennen. Außerdem konnten die Schüler in einem echten Streifenwagen sitzen und sich die Zellen anschauen. Anschließend wurden sie im Kommissariat auf der Herrlichkeit fast wie echte Straftäter „erkennungsdienstlich behandelt“: Die Polizisten machten Fotos und nahmen Fingerabdrücke. An einem „Tatort“ vor der Dienststelle konnten die Kinder Spuren sichern, indem sie von Fußspuren Gipsabdrücke herstellten. An der Hunte nahmen sie Wasser- und Bodenproben, um so Umweltstraftaten nachzugehen. Die Belgischen Schäferhunde Jago und Ysche aus der Hundestaffel Delmenhorst erschnüffelten zum Abschluss Marihuana und Heroin, das auf dem Gelände der Polizei versteckt worden war. Außerdem wurde vorgeführt, wie die Tiere flüchtende Personen stellen. „Wir nehmen am Zukunftstag teil, weil wir zeigen wollen, was die Aufgaben der Polizei sind“, sagte Rolf Quickert, der das Programm der Polizei organisiert hatte. „Außerdem wollen wir so Nachwuchs finden.“

Um mögliche neue Mitarbeiter ging es auch der Landessparkasse zu Oldenburg (LzO). Auszubildende des Geldinstituts hatten einen Schnupperkurs organisiert, mit dem sie zwölf Schülern die Ausbildung zum Bankkaufmann vorstellten. Zur Sache ging es in einem 45-minütigen Einstellungstest, den die Sparkasse auch bei echten Bewerbern verwendet. Auch in Vorstellungsgesprächen konnten sie sich wie echte Bewerber fühlen.

Schrauben bei Schröder

In die Berufe des Landmaschinenmechanikers und der Kaufleute schnupperten zudem sechs Schüler bei Landmaschinen Schröder. Hier machte es den Teilnehmern besonders Spaß, an einem Traktor zu schrauben.

„Was haben denn die Fischotter mit Politik zu tun?“ Dieser Frage ging die Dötlinger Gymnasiastin Rieke Bolling im Deutschen Bundestag nach. Sie war im Rahmen des Zukunftstages Gast des Delmenhorster Abgeordneten Holger Ortel (SPD). Er kümmert sich unter anderem um Fischereipolitik, Fragen der ASEAN-Staaten und Verkehrsfragen. Unter dem Motto „Mehr junge Frauen in die Politik“ waren insgesamt 70 Schülerinnen aus ganz Deutschland der Einladung der SPD-Fraktion nach Berlin gefolgt. Bei einem Planspiel erfuhren die Schülerinnen, wie man einen Gesetzentwurf einbringt und wie ein Gesetz verabschiedet wird und in Kraft tritt. Eine Besichtigung des Reichstagsgebäudes und die Teilnahme an einer Plenardebatte standen ebenfalls auf dem Programm. Für Rieke war es der erste Besuch in Berlin. Spannung pur. „Wie im Fernsehen“, meinte sie.

Am Zukunftstag im Kreishaus in Wildeshausen nahmen diesmal 15 Kinder teil. Sie wurden von Landrat Frank Eger, der Gleichstellungsbeauftragten Dr. Ina-Maja Lemke-Hadick und Jürgen Reineberg vom Personalrat begrüßt. Neben Informationen zu den Lehrberufen beim Kreis galt es, „typische Frauen- und Männerberufe“ kennenzulernen. Die Mädchen besichtigten die Edelstahl-Produktion der Firma Sauer; die Jungen waren bei „Blumen Ostmann“ zu Gast. Eine Rallye durchs Kreishaus führte auch in den Katastrophenschutzkeller.

Die aktuelle Zeitungsproduktion lernten Leon Kiesler und Phil Prochnow in der

NWZ

 -Redaktion Wildeshausen kennen. Sie sahen nicht nur den Redakteuren über die Schulter, sondern durften auch einen Text schreiben, „Das macht Spaß“, waren sich die Wildeshauser Schüler einig.
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