Wildeshausen - Mit seiner 125-jährigen Geschichte gehört der Imkerverein Wildeshausen eindeutig zu den ältesten Vereinen in der Stadt. Ein Grund, die Vereinsgründung, beschlossen am 23. Februar 1890 von 31 Männern der ersten Stunde, bei Kaffee und Kuchen sowie Grillbüffet bei Peter Sander in Kleinenkneten zu feiern.

„Wir sind nicht nur einer der ältesten Vereine, sondern wir haben auch keine Nachwuchssorgen“, begrüßte Vorsitzender Uwe Endesfelder die Gäste mit einem Lächeln beim Empfang. Die Imker hätten sich organisiert und auf ihr lehrreiches und wichtiges Hobby immer wieder hingewiesen. Ein Indiz für das ungebrochene Interesse sei die ständig steigende Anzahl von Bienenvölkern. „Wir als Verein tragen dazu unseren Anteil bei. Als Anlaufstelle für jeden Interessierten vermitteln wir die Voraussetzungen und das Wissen für eine erfolgreiche Bienenzucht und Imkerei“, so Endesfelder. In diesem Zusammenhang dankte er Harald Wulferding, der nicht müde werde, in Schulen über die Imkerei zu berichten.

Wulferding zeigte anschließend den Werdegang des Vereins auf. Vor 125 Jahren hätte fast jeder auf dem Land ein Bienenvolk gehabt. Besonders beliebt sei die Tracht aus den Heideflächen gewesen. „Die Bienen wurden in Körben gehalten. Zum Winter blieben nur wenige Tiere am Leben, die meisten verendeten. Heute ist das undenkbar“, so Wulferding. Kästen mit mobilem Wabenbau hätten die alten Körbe längst abgelöst.

Nach Wulferdings Exkursion in die Vereinsgeschichte überraschte Endesfelder den ehemaligen Vorsitzenden, der 14 Jahre lang die Vereinsgeschäfte geführt hatte, mit einer besonderen Auszeichnung. Er ernannte Wulferding zum Ehrenvorsitzenden des Imkervereins Wildeshausen.

Zuvor hatte Eduard Hüsers als stellvertretender Landrat über die Bedeutung der Biene für den Menschen berichtet. Hüsers bezweifelte, dass mit neuer Technik das Bestäuben von Pflanzen in Zukunft erledigt werden könne. Er bezeichnete die Imkerei als einen Luxus, der tiefe Zufriedenheit auslöse, abseits der Hektik von Smartphones. Das gelte gerade für Jugendliche.


Hüsers betonte: „Die Herausforderung des 21. Jahrhunderts ist, Gen-Technik zu verhindern und Pflanzenschutz in richtige Bahnen zu leiten.“ Er sei mit Bienen groß geworden. Sein Vater habe 30 Völker gehabt. „Heute sind in meinem Garten Wildbienen zu finden, die sich an Wildkräutern erfreuen.“

Außer seinem Geschenk, einer Grafik von Hartmut Berlinecke, hatte er auch Wildpflanzen mitgebracht. Er stellte die Imker auf die Probe und ließ sie die Halme und Blüten bestimmen. Doch die meisten schafften die kleine Prüfung.

Mit einem Flachgeschenk wartete der Vorsitzende des Stadtrates, Hartmut Frerichs, auf. Er wünschte eine weiter gut funktionierende Vereins- und damit auch Jugendarbeit und beste Honigerzeugung.