Oldenburg - Für die Genossenschaft Polygenos ist die Ziellinie in Sichtweite: Auf dem Treuhandkonto zur Rettung des „Poly-Hauses“ gegenüber vom Stadtmuseum, in dem sich der Klub „Polyester“ befindet, sind innerhalb von rund vier Wochen knapp 200 000 Euro eingegangen. Um das Gebäude tatsächlich kaufen zu können, werden bis zum 31. Januar indes 270 000 Euro benötigt. An diesem Stichtag endet die vom Eigentümer eingeräumte Kaufoption.

„Wir sind begeistert und sehr optimistisch, innerhalb der verbleibenden Zeit den Gesamtbetrag zusammenzubekommen“, sagt Katharina Dutz, die dem vierköpfigen Polygenos-Vorstand angehört. Allerdings ist das Projekt trotz des beachtlichen Zwischenstandes „noch nicht in trockenen Tüchern“, mahnt ihr Vorstandskollege Michael Geiger. Jetzt komme es auf den Endspurt an.

Die Anfang Dezember gegründete Genossenschaft will nicht nur die Szenekneipe erhalten, sondern auch eine Sanierung des viergeschossigen Gebäudes ermöglichen. Denn auch in den oberen drei Stockwerken tut sich einiges: Musiker, Künstler und andere Kreative haben längst ein Auge auf die Räumlichkeiten geworfen, die vermietet werden sollen, um den Genossenschaftsbetrieb auf eine solide wirtschaftliche Grundlage zu stellen.

Jedes Genossenschaftsmitglied hat nach Angaben von Polygenos-Aufsichtsrat Prof. Niko Paech dasselbe Stimmrecht – ganz gleich, wie hoch der investierte Betrag ist. Einen Genossenschaftsanteil kann man schon für 100 Euro erwerben. Bislang haben insgesamt 600 Menschen ihre Absicht erklärt, sich an der Rettung des Gebäudes zu beteiligen. Über den aktuellen Stand der Kontoeingänge informiert eine Leuchtschrift im zweiten Stock des „Poly-Hauses“.

„Polyester“-Betreiber Stefan Mühlhaus war „aus der Not heraus“ mit seiner Lebensgefährtin auf die Idee gekommen, das Gebäude durch eine Genossenschaft zu erhalten. Sollte das Haus auf dem freien Markt verkauft werden, droht ein Abriss und damit auch das Ende des „Polyester“ als Szene-Treff.