Geboren ist die lebensfrohe 65-Jährige in Celle. „Meine Kindheit im und nach dem Krieg hat mich sehr geprägt“, erzählt Ingrid Krone, „Warte nicht, bis dein Land oder deine Stadt etwas für dich tut – sondern tu selbst etwas“, ist seitdem ihre Devise. So hat Ingrid Krone die Dinge selbst in die Hand genommen und führte 1967 in Celle eine Pachtapotheke. Fünf Jahre später eröffnete sie in Achim ihre eigene Apotheke. 15 Jahre lang war sie selbstständig.

„Danach, mit 47 Jahren, fing ein neues Leben für mich an“, erklärt die engagierte Frau. Sie hatte ihren schwerkranken Sohn und ihre schwerkranke Freundin im Alltag gepflegt und begleitet. „Ich glaube seitdem, dass die ärztliche Seelsorge vernachlässigt wird“, kritisiert Ingrid Krone. Das bewog sie dazu, ihr Leben neu zu organisieren – weg von der Unternehmerin: In zweieinhalb Jahren machte sie im Kloster Loccum eine Ausbildung in der Logotherapie. „Selbstaktualisierung“, erklärt die heutige Seniorstudentin, „ich helfe den Leuten, ihren Lebensstand zu hinterfragen – ob sie so leben wollen, wie sie leben.“

Zudem hatte die Betreuung der Schwerkranken ihr gezeigt, wie wichtig es ist, sich frühzeitig Gedanken über das Leben im Alter zu machen. So war es eine ganz bewusste Entscheidung, 1999 nach Oldenburg zu ziehen. Hier engagiert sie sich im Oldenburger Verein für menschenwürdiges Leben im Alter. Außerdem besucht Ingrid Krone, seitdem sie Oldenburgerin ist, die Carl-von-Ossietzky-Universität als Seniorstudentin. „Hier studieren Alt und Jung zusammen – das ist das Tolle und das Wichtige: der Austausch zwischen den Generationen.“ms

Ingrid Krone

Seniorstudentin