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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Zur Erinnerung und Mahnung an den Holocaust

25.01.2012

DELMENHORST Zur Erinnerung und Mahnung an den Holocaust übergibt der Freundes- und Förderkreis der Jüdischen Gemeinde Delmenhorst unter Vorsitz von Dr. Norbert Boese an diesem Donnerstag um 12.15 Uhr auf dem jüdischen Friedhof an der Syker Straße zwei Gedenk- und Informationstafeln. Eine enthält Informationen über die Geschichte des Friedhofs, die andere die Namen der 68 während der Nazizeit in Delmenhorst ermordeten jüdischen Mitbürger. 1933 verfügte die Jüdische Gemeinde Delmenhorst über insgesamt 175 Mitglieder.

Über den Namen steht der Satz „Zum Gedenken an die Opfer der Schoa“. Schoa ist laut Dr. Boese die hebräische Bezeichnung für Holocaust und bedeutet Sturm oder auch einen plötzlichen Untergang. Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Pedro Beccera, verbindet mit Schoa auch „Vernichtung, geplanten Mord und kulturellen Verlust“.

Die vorbereitenden Gespräche bis zur Erstellung der Tafeln zogen sich über drei Jahre hin. Beccera dankte ausdrücklich Dr. Norbert Boese für dessen Anschub-Initiative und spätere Durchsetzungskraft. Der Delmenhorster Förderverein sei der erste in ganz Niedersachsen gewesen und ein wichtiger Pfeiler für die Integration der Gemeindemitglieder, betonte Beccera.

Besonderen Dank richteten Dr. Boese und Beccera an den Architekten Johannes Lukowitz, der unentgeltlich Planung und Gestaltung der Tafeln übernommen hatte. Die Aufgabe habe ihn „sehr berührt“, erklärte Lukowitz, dessen Onkel ebenfalls Opfer des Naziregimes geworden war. Bei Material- und Formgestaltung hatte der Architekt freie Hand und entschied sich für haltbaren Edelstahl mit einer besonderen, in den USA patentierten Legierung, die eine Rostpatina bildet, jedoch kein Durchrosten zulässt. Für die Herstellung zeichnet das Delmenhorster Unternehmen von Weyhe verantwortlich.

An möglichen Vandalismus wollen Boese und Beccera nicht denken. „Wir bringen die Gedenktafeln dort an, wo sie hingehören“, erklärte Beccera, „und lassen uns von Neonazis nichts vorschreiben“ . Dr. Boese erklärte dazu: „Wir haben Vertrauen in die Menschen und hoffen, dass sie gelernt haben“.

Die Tafeln werden an einer Klinkerwand auf dem Gräberfeld befestigt und ersetzen dort die bisherige Info-Tafel über den Friedhof.

Finanziert werden die zusammen 7 500 Euro teuren Tafeln aus Spenden von Vereinsmitgliedern, Landessparkasse, Rotary-Club, Gewerkschaftsbund und Stadt Delmenhorst.

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