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nordwest-zeitung
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Zwangsenteignung ist mehr als unangebracht

Betrifft:

Artikel „Tunnelbau rückt in weite Ferne“ und „Mit zivilem Ungehorsam zur Einsicht“ (NWZ vom 18. und 23. Februar) sowie Leserbrief „Ich vermisse den Respekt vor Bürgerrechten“ (NWZ vom 23. Februar)

Unsere FDP-Kreistagsfraktion hat sich in der Zeit meiner 20-jährigen Eigenschaft (1972 bis 1991) als deren Vorsitzender wiederholt mit dem Ausbau der Kreisstraße 226 im Bereich der Untertunnelung in Hude befasst. Hierbei stellte sich heraus, dass zum Erreichen einer normalen Durchfahrtshöhe ein erhebliches Absenken der Fahrbahn der K 226 bis zu hundert Meter vor und nach dem abgesenkten Tunnel notwendig würde. Dieses könnte zu Problemen bei den anliegenden Hausgrundstücken führen.

Neben der eingeschränkten Durchfahrtshöhe wurden der nicht ungefährliche Durchgang und die Durchfahrt der schwächeren Verkehrsteilnehmer gleichermaßen diskutiert. Für diese Verkehrsteilnehmer könnte ein kleiner Tunnel die Durchfahrt erheblich verbessern. Das wurde dann als „Kleine Lösung“ bezeichnet.

Nach meinem Ausscheiden aus dem Kreistag wurde dann die so genannte „Große Lösung“ erarbeitet, die eine nach Westen verschobene, neue Untertunnelung der K 226 mit normalen Maßen für den Straßenverkehr und Anlage eines Kreisverkehrs vorsieht. Hierzu wird zwingend ein Grundstück, das der Familie von Witzleben gehört, benötigt. Die Familie ist aber nicht bereit, dieses Grundstück abzugeben.

Auf scharfe Kritik stößt diese Ablehnung besonders bei der Huder FDP! Sie bezeichnet diese Ablehnung als „spätfeudales Gebahren“ und hält deshalb eine Zwangsenteignung für angebracht. Die Verwaltung erhielt daher den Auftrag, dieses Mittel der Enteignung zu prüfen.

Für mich als Liberalen ist dieses Mittel mehr als unangebracht! Gerade für uns Liberale ist das Eigentum ein besonders hohes Gut, das es zu bewahren und zu schützen gilt!

Eilert Tantzen

26197 Sage

H


Ich muss Frau von Witzleben recht geben. Sie ist eine Bürgerin wie jeder andere auch, und darum hat sie auch das Recht, Nein zu sagen, wenn man etwas von ihr haben will, sie das aber nicht geben möchte. Nun kommt es auf das Verhandlungsgeschick der zuständigen Verantwortlichen an. Böse Worte helfen da wenig.

Zur Bürgerinitiative sei folgendes gesagt: Jeder hat das Recht, seine Meinung kundzutun. Jedoch, liebe Frau Regine Strickhausen, warum haben Sie damals (Ende der 80er Jahre), als der Tunnel bei Schote erneuert und die Vielstedter Straße tiefer gelegt wurde, keine Bürgerinitiative gegründet? Da haben Sie doch auch schon in Hude gelebt. Sie können aus der Vielstedter Straße keine verkehrsberuhigte Straße machen. Wer an dieser Straße wohnt bzw. dort hinzieht, weiß, dass es eine stark frequentierte Straße ist.

Klar ist, die Situation an der Kirchkimmer Durchfahrt (Kreuzung Hohe Straße/Burgstraße/Vielstedter Straße) muss entschärft werden. Und dabei spielt es gar keine Rolle, ob ein Pkw oder ein Lkw dort durchfahren möchte.

Wenn es Ihnen nur um die großen Lkw geht, dann nehmen Sie doch die billigste Variante und stellen große, aber unübersehbare Schilder mit der Aufschrift „Durchfahrt für Lkw nicht möglich“ auf. Wenn es um die Entschärfung der Verkehrssituation und um die Sicherheit der Schüler, und aller Bürger, geht, dann muss hier endlich eine vernünftige Lösung her. Und das bitte mit Sachverstand und respektvollem Umgang.

Ingrid Blohm

27798 Hude
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