Lemwerder/Bookholzberg - Sie wollen in Zukunft an einem Strang ziehen und noch enger zusammenarbeiten – die Volksbanken Bookholzberg-Lemwerder und Ganderkesee-Hude planen einen Zusammenschluss zum 1. Januar 2016. Das gaben die jeweiligen Vorstände bekannt. Damit entsteht in den Landkreisen Oldenburg, Wesermarsch und der Stadt Delmenhorst die größte Genossenschaftsbank.

„Wir sind Nachbargemeinden und es gibt keine Überschneidungen in Marktbereichen“, begründete das Vorstandsteam Oliver Frey und Jürgen Kikker von der Volksbank Ganderkesee-Hude den Schritt. Doch nicht nur die geografische Lage, sondern auch äußere Umstände spielten eine Rolle. So sei die Entscheidung auch auf die Niedrigzinspolitik und die steigenden Anforderungen durch die Regulierungen auf politischer Ebene zurückzuführen. Zudem hätten sich beide Banken bislang auch personell unterstützt und beispielsweise durch die gemeinsame Tochtergesellschaft Geno-Immobilien zusammengearbeitet.

Auch bei der Ausrichtung der Bank, in technischen Bereichen oder seitens der Organisationsstruktur lasse sich besser zusammenarbeiten. „Doppelarbeit kann vermieden werden“, sagte Sascha Knaack, Vorstandsmitglied der Volksbank Bookholzberg-Lemwerder. „Heute sind wir stark. Heute haben wir die Möglichkeiten zu fusionieren.“

Noch stehe kein fertiges Konzept, sagte Kikker. „Die reine Fusion wird aber nicht dazu führen, dass Arbeitsplätze abgebaut werden.“ Auch die Marktbereiche und Filialen blieben bestehen. Geplant sei der Ausbau der Geschäftsbereiche Firmenkunden, Landwirte und Privatkunden.

„Trotz eines nicht einfachen Umfeldes können wir auch mit dem Geschäftsjahr 2014 zufrieden sein“, sagte Frey. Die Bilanzsumme erhöhte sich erstmalig auf 411,2 Millionen Euro, das gesamte betreute Kundenvolumen auf 837 Millionen Euro. Daraus wurde eine Dividende von 5,25 Prozent an die 10 591 Mitglieder ausgeschüttet.

„Damit sind wir die größte Genossenschaftsbank im Landkreis und der Stadt Delmenhorst“, sagte Frey. Im gesamten Kundengeschäft konnte ein Zuwachs von 36 Millionen Euro verzeichnet werden.


Auch die Kreditvergabe konnte um 15 Millionen Euro (5,74 Prozent) auf 291,3 Millionen Euro gesteigert werden. Die Kundeneinlagen erhöhten sich um 10 Millionen (3,83 Prozent) auf 271,3 Millionen Euro.