Wittmund - Fast zwei Jahre nach dem Brand der Kooperativen Gesamtschule Wittmund (KGS) wird die Brandruine abgerissen: „Jetzt geht es endlich los“, kündigte der Wittmunder Landrat Matthias Köring an.
Am 5. Juli 2013 hatte ein Großbrand weite Teile der Alexander-von-Humboldt-Schule in Wittmund, die auch viele Jugendliche aus dem Jeverland besuchen, zerstört. Eine explodierende Gasflasche hatte das Dach in Brand gesetzt. 35 Klassenzimmer, 20 Funktionsräume und der Verwaltungstrakt wurden zerstört.
Jetzt, fast zwei Jahre nach dem verheerenden Feuer, dessen Qualmwolke noch in Jever und Aurich zu sehen war, und das einen Schaden in Höhe von rund zehn Millionen Euro verursacht hat, hat der Abriss der Ruine begonnen. Läuft alles wie geplant, kann vielleicht schon in den Sommerferien mit dem Wiederaufbau der KGS angefangen werden.
Köring ging ausführlich auf die Frage ein, warum es vom Unglück bis zum Abriss und Wiederaufbau so lange gedauert hat. „Wir haben uns erst um den Schulbetrieb gekümmert“, sagte er: Der Brand hatte drei Trakte komplett zerstört. Weitere wurden durch Rauch und Wasser beschädigt. Diese wurden gereinigt und instandgesetzt.
Zwei Gebäudeteile konnten zum Schuljahresbeginn 2013 wieder genutzt werden. Ein weiterer Trakt mit 21 Klassenräumen wurde komplett saniert. Für die Dauer dieser Arbeiten wurden 550 der 1200 Schülerinnen und Schüler der Schule in 42 Containern auf dem Sportplatz unterrichtet.
„Das war schon stressig“, sagt die 15-jährige Victoria: „Die Container sahen alle gleich aus. Da verläuft man sich schon mal“, erzählte die Zehntklässlerin in der Pause auf dem Schulhof.
Parallel zur Organisation des Schulbetriebs lief die Schadensbegutachtung. „Die nahm rund ein Jahr in Anspruch“, so Köring. Die Planung des Schulneubaus wiederum musste europaweit ausgeschrieben werden. „Das hat 26 Wochen, also ein halbes Jahr, gedauert“, sagte der Landrat. Erst danach konnten die Hauptbauarbeiten für den Schulneubau ausgeschrieben werden. Die Auftragsvergaben stehen in Kürze an.
Den Auftrag für den Abbruch der Ruine hat der Landkreis Wittmund an die Firma Baustoffrecycling Burg vergeben. Das Unternehmen aus der Nähe von Magdeburg ist zugleich für die Entsorgung des Bauschutts zuständig.
Die Kosten für den Neubau schätzt die Kreisverwaltung auf rund 7,5 Millionen Euro. Hinzu kommen rund zwei Millionen Euro für zu ersetzendes Inventar. Landrat Köring rechnet mit einem Gesamtvolumen in Höhe von rund zehn Millionen Euro. Etwa 9,5 Millionen Euro davon könnte die Brandkasse übernehmen. Eigenbeteiligungen des Landkreises werden aber laut Köring auch noch in den Haushalten 2016 und 2017 zu finden sein.
„Zum Schuljahresbeginn 2017/2018 soll die KGS wieder in Betrieb gehen“, sagte der Landrat. Dann liegt des Großfeuer schon mehr als vier Jahre zurück.
