Cloppenburg - Zur Einbindung der Höchstspannungsleitung Conneforde-Cloppenburg in die Netzstruktur könnten zwei Umspannwerke erforderlich sein, nicht nur eins, wie bislang von Tennet angekündigt. Dies stellte Professor Dr. Karsten Runge in seiner Analyse der Antworten des Netzbetreibers Tennet fest. Der Planungsausschuss des Kreistags hatte dem Netzbetreiber in seiner Sitzung am 19. November 2015 einen Fragenkatalog vorgelegt, den Tennet Mitte Februar beantwortet hatte – allerdings sehr technisch. Der Ausschuss schaltete daraufhin den Hamburger Gutachter Runge ein.

Aus seiner Analyse geht hervor, dass für die Anbindung ein altes Werk aufgerüstet und ein neues dazu gebaut werden könnte. Es bestehe aber auch die Möglichkeit, gleich zwei neue Umspannwerke zu bauen. Der benötigte Platz wurde nach aktuellem Stand auf 25 bis 30 Hektar beziffert. Bei zwei Standorten oder zusätzlichen Kompensationsspulen werde mehr Platz benötigt.

Runge kritisiert weiter, dass Tennet aus seiner Sicht die Frage von gasisolierten Umspannanlagen noch nicht ausreichend beantwortet habe, Auch hier sollte der Kreis nachhaken.

Insgesamt kommt der Gutachter zu dem Schluss, dass sich Tennet ebenfalls nicht zufriedenstellend hinsichtlich einer größtmöglichen Vermeidung von Siedlungsannäherungen durch 380-kV-Freileitungen äußert, da der Netzbetreiber dazu „noch keine abschließenden Äußerungen“ tätigen wolle.

Fragen zu möglichen Erdteilverkabelungen blieben ebenfalls offen. Tennet verweise hier auf die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr sowie das Landesraumordnungsprogramm.