Nordkreis - Bei zwei von neun Brunnenwasserproben im Nordkreis wurden zu hohe Nitratwerte im Grundwasser festgestellt. Das gab der VSR-Gewässerschutz am Mittwoch bekannt. Die Proben konnten von Bürgern im Rahmen einer Informationsveranstaltung am 20. April in Friesoythe abgegeben werden. Die Nitratkonzentration lag in beiden Fällen oberhalb des Grenzwertes der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter. Die Mitglieder vom VSR-Gewässerschutz fanden bei einer Untersuchung 90 Milligramm Nitrat pro Liter in einem privat genutzten Brunnen in Bösel-Osterloh. Einen weiteren mit Nitraten stark verschmutzten Brunnen stellten die Umweltschützer ebenfalls in Bösel mit 83 Milligramm pro Liter fest.
Das Wasser sei wegen der Überschreitung der Trinkwasserverordnung nicht mehr zum Trinken geeignet, teilte Verbandsvorsitzender Harald Gülzow mit. Besonders wichtig sei außerdem, dass derart belastetes Wasser nicht zum Befüllen eines Fischteichs genutzt werden könne. Es bestehe die Gefahr, dass es zur Massenvermehrung von Algen komme. Diese können beim Absterben zum Fischsterben führen.
Eine Schuldige für die erhöhten Werte hat der Verband für sich selbst schon ausgemacht: „Die gemessenen viel zu hohen Nitratkonzentrationen zeigen einen deutlichen Handlungsbedarf in der Landwirtschaft“, so Gülzow. Der VSR-Gewässerschutz möchte mit seinen Messungen nach eigenem Bekunden dazu beitragen, dass die Notwendigkeit einer Änderung der Düngerausbringung akzeptiert werde. Gülzow: „Es muss in den belasteten Regionen zu einem Informationsaustausch zwischen Bürgern und Landwirten kommen. Daher sind die Ergebnisse der Grundwasseruntersuchungen beim Nitrat seit 1984 auf unserer Homepage dargestellt.“
