Schönemoor/Lemwerder - 143 Meter Nabenhöhe, eine Gesamthöhe von 200 Metern (und damit deutlich mehr als der Kölner Dom mit seinen 157 Metern), 250 Kubikmeter Beton allein für das Fundament: Die Daten für die erste Windkraftanlage am Sannauer Helmer sind beeindruckend. Bereits am 2. Dezember soll der Riese ans Netz gehen und jährlich mehr als acht Millionen Kilowattstunden Strom liefern. Doch während auf dem Gebiet der Gemeinde Lemwerder (Wesermarsch) schon kräftig am Windpark Sannauer Helmer gebaut wird, ist auf der Südseite – auf dem Gebiet der Gemeinde Ganderkesee – noch kein Spatenstich in Sicht.
„Wir haben unsere Schularbeiten gemacht“, sagt Bruno Müller, Fachdienstleiter Bauleitplanung in der Verwaltung. Die Gemeinde Ganderkesee hat bereits vor einem Jahr die Bauleitplanung beschlossen, die mittlerweile in Kraft getreten sei. Beim Oberlandesgericht ist derweil noch ein Verfahren auf Antrag des Bundesaufsichtsamtes für Flugsicherung anhängig. Es beklagt, dass die meisten Anlagen die Funknavigationsanlage (DVOR) des Flughafens Bremen stören könnten. Das Verwaltungsgericht Oldenburg hatte (wie berichtet) den Baustopp für fünf Anlagen in der Wesermarsch abgelehnt (Az: 5 B 6430/13).
Die Firma Gamesa (Oldenburg) hat Bauanträge für die ersten drei Anlagen auf Ganderkeseer Gebiet gestellt. Im Rahmen des Verfahrens nach Bundesimmissionsrecht habe es Einwendungen von den Naturschutzverbänden sowie von der Flugsicherung gegeben, sagte Eva-Maria Langfermann vom Amt für Naturschutz und Landschaftspflege im Kreishaus. Ihre Behörde sei derzeit auch im Gespräch mit der Windpark Fritzenberg GmbH, eine der insgesamt vier Investoren für den Windpark auf Ganderkeseer Gebiet. Nachdem die Bedenken hinsichtlich des Artenschutzes weitgehend beigelegt wurden, sei man nun dabei, die Unterlagen für die nächste Auslegung zusammenzustellen. Langfermann rechnet damit, dass die Auslegung noch in diesem Jahr erfolgt.
Der Sprecher der Windpark Fritzenberg GmbH, Gerd Schütte (Rethorn), kritisiert dagegen, dass während der Sommerpause die Ausarbeitung der Kompensationsmaßnahmen auf Eis lag. Die Investoren wollen in der kommenden Woche über das weitere Vorgehen beraten.
